Jahr: 2008

EMAE – Energie und Wasser

EMAE – Der Versuch durch technisches und soziales Nachhaltigkeitsmanagement das Kerngeschäft zu retten und einen positiven Beitrag zur urbanen Entwicklung zu liefern. Das halbstaatliche Energie- und Wasserversorgungsunternehmen EMAE (Empresa Metropolitana de Águas e Energia S.A., mehr Informationen unter http://www.emae.sp.gov.br/ing/index.html) ist ein Beispiel für das nachhaltige Engagement eines Unternehmens in São Paulo. Aufgabe des traditionsreichen Unternehmens ist die Versorgung der Stadt mit Energie über Wasserkraftwerke und Wasserdampfkraftwerken. Dafür wird in dem Wasserreservoir Billings im Süden der Stadt das Wasser der Flüsse Tiete und Pinheros gestaut und in Wasserkraftwerken bzw. Wasserdampfkraftwerken in Energie umgesetzt. Da allerdings die Flüsse EXTREM stark verschmutzt sind und dem Unternehmen genügend sauberes Wasser zur Produktion von Energie fehlt, wird versucht in einer Mischung aus technischen und sozialen Nachhaltigkeitsmanagement das Wasser der Flüsse zu reinigen und so das Kerngeschäft des Unternehmens zu retten. In einem ersten Schritt wird über ein aufwendiges, chemisches Flotationsverfahren das Wasser der Flüsse vor dessen Eintritt in das Reservoir Billings gereinigt. In den anliegenden Stadtteilen des Wasserreservoirs leben allerdings nahezu 2 Millionen Menschen in prekären Wohnverhältnissen (meist Favelas) ohne …

Filmpremiere für denMBA Sustainability Management

Direkt auf der Startseite des MBA Sustainability Management ist der neue Image-Film des Programms zu sehen. Die Gemeinschaftsarbeit von Leuphana Professional School und unserem MBA-Team hat sich gelohnt: so sind einige Impressionen zum CSM und dem MBA-Studiengang im neuen Look-and-Feel der Leuphana Professional School entstanden. Neben Prof. Stefan Schaltegger und Mitgliedern des MBA-Teams kommen vor allem MBA-Studenten und -Absolventen zu Wort, die Ihre Motivation zum MBA-Studium darstellen, über Ihre persönlichen Erfahrungen während des Studiums und über Ihre Pläne für die Zeit danach berichten. Ein Klick und Blick lohnt sich, unter: www.sustainament.de

Neues Forschungsprojekt im Bereich Sustainability Accounting

In den kommenden eineinhalb Jahren wird das CSM gemeinsam mit der University of Gloucestershire Business School (England) ein Forschungsprojekt im Bereich Environmental and Sustainability Accounting durchführen. Ziel des durch das Institute of Chartered Accountants of England and Wales (ICAEW) geförderten Forschungsprojekts „Accounting information and the accounting function in sustainability management“ ist es herauszufinden, ob und wie Unternehmen in ihren Entscheidungen nachhaltigkeitsbezogene Informationen in der Praxis tatsächlich einsetzen und welche Rolle die Vertreter/innen des konventionellen Accounting in diesem Prozess haben. Hierzu werden in britischen und deutschen Unternehmen Interviews durchgeführt. Das Projekt möchte einen interessanten empirischen Input in die meist noch normativ geprägte Diskussion auf diesem Feld der Forschung geben. Für das Projekt und weitere Aufgaben im Bereich Environmental and Sustainability Accounting ist am CSM eine wissenschaftliche Mitarbeiterstelle ausgeschrieben . Ansprechpartner: Stefan Schaltegger, Tobias Viere

São Paulo – Die Müllproblematik

Die Einwohner der Stadt produzieren jeden Tag 14.000 Tonnen Müll. São Paulo ist aber auch die einzige Stadt der Welt, die den Tetra Pak komplett in seine drei Komponenten Plastik, Papier und Aluminium durch eine in Brasilien entstandene Plasma-Technologie recyceln kann. Diese Technologie wird mittlerweile in die ganze Welt exportiert. Unter anderem auch nach Deutschland. Auch Aluminiumdosen werden nirgendwo schneller auf der Welt recycelt als in São Paulo (National Geographic 2007).

São Paulo – Das tägliche Autochaos

Der Ausbau der Infrastruktur und eine Verlagerung des Straßenverkehrs auf die Schiene stellen Herausforderungen für die Zukunft dar. Eine Vielzahl der Paulistanos scheint aus Prestigegründen auf die Fahrt zum Arbeitsplatz mit dem eigenen Auto nicht verzichten zu wollen. Die Luftverschmutzung durch die täglich 6 Mio. Autos im Stadtverkehr ist erheblich. Tagtäglich verursachen diese Autos 150 km Stau in der Stadt. Die Durchschnittsgeschwindigkeit liegt bei 12 km/h. Um dieser Sache Herr zu werden, wurde von der Stadtverwaltung ein Rodizo für Autos eingeführt. Rodizio heißt „das sich drehende“ und meint eigentlich das Essen nach einem Gaucho Rezept in einem Grillhaus. So dürfen Autos mit den Endnummern 1 und 2 in den Hauptverkehrszeiten (7-10 und 17-20) am Montag nicht fahren. Am Dienstag sind dann die Endnummern 3 und 4 dran. Am Mittwoch müssen alle Autohalter mit den Endnummer 5 und 6 ihr Auto in den Zeiten stehen lassen, am Donnerstag sind die Nummern 7 und 8 und am Freitag die Nummern 8 und 9 an der Reihe.

14. Sustainability Leadership Forum zum Thema Nachhaltigkeitsmarketing

Das 14. SLF fand am 20.06.2008 bei der Firma Sensient Food Colors Deutschland GmbH statt. Thematischer Schwerpunkt war das Nachhaltigkeitsmarketing, insbesondere die Bedeutung des neuen Konsumbewegung LOHAS, Carbon Foodprints sowie Möglichkeiten zur effektiven Vermarktung und Kommunikation nachhaltiger Produkte. Ein Gastvortrag von „brands & values“ ermöglichte einen Einblick in den gesellschaftlichen Wert von Marken. In der anschließenden Workshopphase wurde über die zukünftigen Trends des Nachhaltigkeitsmarketings diskutiert, Möglichkeiten zur nachhaltigen Ausgestaltung des Marketing-Mixes und der Kommunikationsinstrumente erörtert, der Nutzen und die Grenzen von Gütesiegeln besprochen sowie Erfolgsbeispiele und Herausforderungen des Nachhaltigkeitsmarketings vorgestellt. Das Sustainability Leadership Forum ist ein Kooperationsprojekt vom CSM und B.A.U.M. e.V. und versteht sich als Arbeits- und Diskussionskreis von Vorreitern nachhaltiger Unter- nehmensentwicklung in Deutschland. Dem SLF gehören Unternehmen wie Bayer-Schering, Deutsche Post, HypoVereinsbank, IKEA, Münchener Rück, Sensient, T-Home, TUI und Weleda an. Die Treffen finden dreimal jährlich statt, eine Mitgliedschaft ist jederzeit möglich.

Die Infrastruktur in São Paulo

Für eine Stadt mit 11 Millionen Einwohnern im Kernstadtbereich verfügt SP (weitere gängige Abkürzung) über eine öffentliche Infrastruktur, die freilich noch verbessert werden kann. Die fünf Metrolinien und die eine Stadtbahn transportieren jeden Tag 2,8 Mio. Menschen. Die Metrolinien sind schnell und folgen in kontinuierlicher Abfolge. Die Metro wird von einem staatlichen Unternehmen gemanagt, ist nach OHSAS 18001:1999 zertifiziert und wurde in der Vergangenheit als eine der saubersten Metros in der Welt ausgezeichnet (Metro SP 2008). Zwar ist die Metro sauber, wird aber mit einem Schienennetz von 61 Kilometern und 55 Metrostationen den Anforderungen einer Megastadt nicht gerecht. (Vergleich: New York hat ein Schienennetz von 1056 Kilometern und 468 Metrostationen).