MBA Sustainability Management, Nachhaltige Neuigkeiten
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Raus aus der Öko-Nische – rein in den Mainstream

Foto: © modem conclusa; Christian Kaufmann

„Mit dem Beruf einen Beitrag für eine lebenswerte Zukunft leisten“ – für Beraterin Petra Husemann-Roew eröffneten sich nach dem Studium MBA Sustainability Management neue Perspektiven im Bereich Nachhaltigkeitsmanagement. Lesen Sie hier den Beitrag für die Zeitschrift Forum Nachhaltig Wirtschaften.

Nach einigen Jahren im Beruf schleicht sich oft Routine ein. Fehlt es an Perspektiven und mischt sich Unzufriedenheit in den beruflichen Alltag, ist es Zeit für eine neue Herausforderung, einen Karriereschritt oder einen Branchenwechsel. Dabei hilft oft der Master of Business Administration. Egal ob Wirtschafts- oder Geisteswissenschaftler, Architektinnen oder Ingenieure – sie alle können von einer fundierten Managementausbildung profitieren. Doch welcher ist der Richtige? Bei mehr als 200 MBA-Studiengängen allein in Deutschland keine leichte Wahl.

Petra Husemann-Roew entschied sich schnell. Auf der Suche nach dem richtigen Format stieß die Touristikerin und Quereinsteigerin im Bereich Ökolebensmittelwirtschaft auf den MBA Sustainability Management: „Ich habe nach einer Weiterqualifizierung gesucht, die über das Thema Ökologie hinausgeht. Nachhaltigkeitsmanagement war da genau passend.“ Zweieinhalb Jahre später hatte sie den MBA in der Tasche. „Für mich war es ein großer, positiver Schritt in die richtige Richtung“, sagt Petra Husemann-Roew, die mit ihrem Beruf einen Beitrag zu einer lebenswerten Zukunft leisten möchte – und genau darum geht es beim MBA Sustainability Management.

„Mit dem Studiengang sprechen wir Leute an, die wirklich etwas bewegen wollen“, sagt Prof. Dr. Stefan Schaltegger, der den weltweit ersten MBA mit Schwerpunkt Nachhaltigkeit 2003 ins Leben rief: „Die Studierenden müssen keine fundierten Vorkenntnisse mitbringen, sondern vor allem motiviert sein, Dinge zu verändern, damit Nachhaltigkeit in Unternehmen und der Gesellschaft eine größere Rolle spielt – egal ob in der Energiebranche, der Automobilindustrie oder in der Forstwirtschaft. Wir suchen innovative Persönlichkeiten, die einen Karrieresprung anstreben und diesen mit Nachhaltigkeitsthemen verbinden wollen.“

Allround-Job Nachhaltigkeitsmanagement: Nicht nur Fachwissen zählt

Durch den MBA werden die Studierenden gleich mit umfassendem Handwerkszeug zur unternehmerischen Umsetzung von Nachhaltigkeit ausgestattet. Denn reines Fachwissen allein reicht für Nachhaltigkeitsmanager/-innen nicht aus. Das weiß auch Christian Engweiler, der sein MBA-Studium 2009 abschloss. Begeistert hat ihn dabei vor allem die Verknüpfung wirtschaftlicher, sozialer und ökologischer Themen mit dem Erwerb von Fach-, Persönlichkeits- und Handlungskompetenzen. Als Geschäftsführer der Aloja GmbH unterstützt Herr Engweiler innovative Geschäftsideen und berät in Sachen Marketing und Kommunikation. Die Inhalte aus dem Studium kann er dabei direkt in die Praxis umsetzen: „Durch das Studium konnte ich meine Kompetenzen erweitern. Meinen Kundinnen und Kunden bringe ich nun ganz neue Aspekte näher, wie beispielsweise Nachhaltigkeitskommunikation oder den Vorteil effektiv gestalteter Stakeholder-Dialoge.“

Managementwissen, Nachhaltigkeit, Corporate Social Responsibility, Soft Skills, Handlungskompetenzen – vor allem vielseitig ist die Ausbildung zum „Change Agent for Sustainability“. Hinter diesem Begriff verbirgt sich die Idee, Persönlichkeiten aus- und weiterzubilden, die zum einen nach Studienabschluss über die Fähigkeit verfügen, nachhaltige Entwicklung und unternehmerische Verantwortung effizient und effektiv zu managen und umzusetzen. Zum anderen werden die Studierenden dazu motiviert, die Zukunft nachhaltig zu gestalten. Überfachliche Kompetenzen wie Selbstmanagement, Complex Problem Solving und Rhetorik spielen beim Fernstudium Sustainability Management daher eine ebenso wichtige Rolle wie Fachkenntnisse zu Nachhaltigkeit und CSR. So lernen die Studierenden, wie sie ihre eigene Leistung aktivieren und steigern können und wie sich der Wandel zu mehr Nachhaltigkeit am besten kommunizieren lässt.

Petra Husemann-Roew arbeitet heute als Beraterin für nachhaltige Unternehmensführung mit den Schwerpunkten Green Events und Nachhaltigkeitskommunikation – ein weites Feld, auf das sie der MBA sehr gut vorbereitet hat: „Ich habe gelernt, mich schnell in andere Themen rein zudenken und in interdisziplinären Teams zu arbeiten.“ Schließlich kommen auch die Studierenden und Absolventen des MBA aus unterschiedlichsten Branchen, Tätigkeitsfeldern und Disziplinen. Sie arbeiten in Unternehmen und Organisationen ganz unterschiedlicher Größe – in Deutschland ebenso wie in China, Mali, Südafrika oder Kanada. Entgegen der landläufigen Meinung sind es auch nicht nur Unternehmensberaterinnen und Führungskräfte, die sich für einen MBA als Form der Weiterqualifizierung entscheiden. „Wir bekommen Anfragen aus der Modebranche, von Entwicklungshelfern, Angestellten aus der Luft- und Raumfahrt, Architektinnen sowie Profisportlern“, sagt Feray Dera, die sich am CSM unter anderem um die Betreuung von Studieninteressierten kümmert.

Nicht nur das Interesse am Studiengang wächst

Auch die Bedeutung des Themas Nachhaltigkeit insgesamt nimmt zu. In mehr als 220 Studienprofilen in Deutschland spielt das Thema inzwischen eine Rolle, kaum ein größeres Unternehmen kommt heutzutage ohne Nachhaltigkeits- oder CSR-Abteilung aus. „Nachhaltigkeit ist schon lange keine Öko-Nische mehr und etabliert sich zusehends – an den Universitäten ebenso wie in den Führungsetagen der Unternehmen“, weiß auch Prof. Schaltegger: „Nachhaltigkeit entwickelt sich dabei zu mehr als einem bloßen Marketinginstrument. Vielmehr erfüllt Nachhaltigkeitsmanagement in Unternehmen eine Querschnittsfunktion und findet Eingang in alle Organisationsbereiche.“

Wie aber werden Unternehmen ihrer sozialen und ökologischen Verantwortung gerecht? Wie können sie Nachhaltigkeit in allen Bereichen verankern? Dafür braucht es Expertinnen und Experten, die Nachhaltigkeit nicht nur kommunizieren, sondern auch umsetzen können. Die Studierenden des MBA Sustainability Management haben das erkannt und vor einigen Jahren auf Initiative von Mitgliedern des Alumni-Vereins das Beraternetzwerk SustainCo gegründet, in dem professionelle Unternehmensberater/-innen tätig sind. Mit dabei ist auch Petra Husemann-Roew, die sich einbringen will und gemeinsam mit anderen Aufträge aus verschiedensten Bereichen bearbeitet. Dank der vielseitigen Hintergründe der Mitglieder wird inzwischen fast jedes Thema abgedeckt. Schließlich spielt Nachhaltigkeit in allen Branchen und Bereichen eine Rolle. Das einstige Nischenthema ist angekommen im Mainstream unternehmerischen Handelns.

Der Beitrag ist erschienen im Forum Nachhaltig Wirtschaften.