aus dem CSM, MBA Sustainability Management, Nachhaltige Neuigkeiten
Schreibe einen Kommentar

Change Agents zu Gast bei Universumsforschern

Einige Dinge ändern sich wohl nie: 20 teils aufgeregte, teils einfach das Studienende herbeisehnende MBA-Studenten treten ihren Abschlussworkshop auf unbekanntem Terrain an, begleitet von Stefan Schaltegger, Charlotte Hesselbarth und einem studentischem Mitarbeiter. Doch ansonsten ist alles anders, in dieser rauen Februarwoche in Hamburg. Die Woche, die einst „Unternehmensworkshop“ hieß, findet in einer Stiftung bürgerlichen Rechts statt. Die Teilnehmer sind wild verstreut in verschiedenen Unterkünften. Und sie kommen diesmal nicht in Versuchung, nach 22 Uhr noch viel zu arbeiten, denn dann heißt es „raus aus den Arbeitsräumen“ von DESY.

DESY Unternehmensworkshop

Workshop-Teilnehmende bei DESY in Hamburg

DESY steht für das Deutsche Elektronen-Synchrotron. Hier wird seit 1959 Grundlagenforschung betrieben, um zu erkennen, was die Welt im Innersten zusammenhält. Mit riesigen Teilchenbeschleunigern (mit putzigen Namen wie Doris, Petra, Hera oder Flash) untersuchen die DESY-Forscher die kleinsten Teile des Universums: Elektronen, Protonen und ihre noch kleineren Bestandteile, wie Quarks. Dafür lassen sie die Teilchen bei 2 Kelvin und fast Lichtgeschwindigkeit kollidieren. Klar, dass das auch mit den Interessen der Nachhaltigkeit kollidieren kann: Hier wird extrem viel Energie verbraucht. 160 GWh sind es pro Jahr, also so viel wie eine 40.000 Einwohner-Stadt und mit 70.000 Tonnen CO2– Emissionen. Doch hier springen die „Change Agents“ ein, um die Forschung, auf deren Grundlage u.a. Hautkrebs und die Schlafkrankheit erforscht wird und nützliche Nanomaterialen für die Wirtschaft entstehen, auf nachhaltige Beine zu stellen. Die MBA-Gruppen befassen sich – intensiv betreut von hoch engagierten DESY-Themenpaten – mit den Themen Energie, Mobilität, Bau und Kommunikation und bringen Licht in die Dunkelmaterie. Und zwischen zahlreichen interessanten Physiker-Vorträgen genießen sie konzentriertes Arbeiten, zeitiges Zubettgehen und eine Premiere nach der anderen. Und wer weiß: Vielleicht präsentieren sie ihre Ergebnisse am Freitag vor der Jury auch erstmals ohne Augenringe. Das Stimmungsbarometer auf dem Gelände der Forschungsexzellenz spricht jedenfalls für guten Teamgeist und perfekte kosmische (Aus-)Strahlung.

Tina Teucher und Oliver Wirth