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„Best Case Award 2013“ für CSM-Fallstudie zu BP und der Deepwater Horizon-Katastrophe

Brennende Öl-Plattform "Deepwater Horizon" im April 2010 im Golf von Mexico (Foto: U.S. COAST GUARD)

Brennende Öl-Plattform "Deepwater Horizon" im April 2010 im Golf von Mexico (Foto: U.S. COAST GUARD)

Die am CSM entwickelte Lehrfallstudie „The Manager’s Job at BP: Decision Making and Responsibilities on the High Seas” wurde mit dem „Best Case Award 2013“ des International Journal of Case Studies in Management (IJCSM) ausgezeichnet. Der internationale Preis wird jährlich von einer interdisziplinären Jury der HEC Montréal vergeben.

Das Lehrmaterial, welches aus dem Fall selbst und begleitenden Teaching Notes besteht, wurde gemeinsam von Florian Lüdeke-Freund und Dr. Dimitar Zvezdov entwickelt, erprobt und im Juni 2013 im IJCSM veröffentlicht. Das auf Managementfälle spezialisierte Journal wird seit 2003 vom Case Center der HEC Montréal herausgegeben. Die Artikel durchlaufen ein doppelt blindes Begutachtungsverfahren und werden in englischer und französischer Sprache veröffentlicht.

Florian Lüdeke-Freund

Dr. Dimitar Zvezdov

Im Unterschied zu Fallstudien als Untersuchungsmethode werden Lehrfallstudien zu Ausbildungszwecken eingesetzt und basieren daher auf einem detaillierten Vermittlungskonzept. „The Manager’s Job at BP“ bringt zwei Erzählstränge zusammen, die sich mit der Deepwater Horizon-Katastrophe und der „Beyond Petroleum“-Strategie des britischen Öl- und Gaskonzerns befassen.

Im April 2010 explodierte die Ölbohrplattform Deepwater Horizon im Golf von Mexiko und führte zur größten Ölkatastrophe in der Geschichte der USA. BP musste daraufhin 20 Mrd. Dollar in einen Fonds zur Beseitigung der ökologischen und wirtschaftlichen Schäden einzahlen (wobei sich abzeichnet, dass die Kosten auf über 40 Mrd. Dollar gestiegen sind und noch weiter steigen könnten, vgl. The Telegraph, 26. Oktober 2013). Dieser Erzählstrang fokussiert auf die Rolle und Verantwortung des oberen Managements, d.h. zentraler Entscheidungsträger, im Rahmen dieser komplexen Umwelt- und Unternehmenskrise und motiviert die Studierenden, diesen Fall aus Sicht der Prinzipal-Agenten- und Stakeholdertheorie zu bearbeiten. Besonders spannend ist die direkte Verwendung von Originalprotokollen der Anhörungen von hochrangigen BP-Managern vor dem US Kongress.

Der zweite Erzählstrang behandelt ausgesuchte Meilensteine der vom früheren Firmenchef Lord Browne vorangetriebenen „Beyond Petroleum“-Strategie, zu der insbesondere die Entwicklung des Unternehmensbereichs BP Alternative Energy gehörte. Dieser Bereich, der ursprünglich Wind-, Solar- und Bioenergie sowie CO2-Speicherung umfasste, wurde zum praktischen Ausdruck der gesellschaftlichen Verantwortung des Konzerns und bot zugleich regelmäßig Anlass für Greenwashing-Vorwürfe und kontroverse Debatten über die Verantwortung, die ein Öl- und Gaskonzern übernehmen muss und kann. Dieser Aspekt des Falls wird aus einer strategischen Perspektive betrachtet und bietet Studierenden die Möglichkeit, sich vertieft mit Fragen der Unternehmens- und Geschäftsmodellentwicklung auseinanderzusetzen.

Die Lehrfallstudie und die begleitenden Teaching Notes können vom IJCSM bezogen werden.

Referenz:
Lüdeke-Freund, F. & Zvezdov, D. (2013): The Manager’s Job at BP: Decision Making and Responsibilities on the High Seas, Int. Journal of Case Studies in Management, Vol. 11, No. 2, 1-32. [plus Lehrmaterial]

Lüdeke-Freund, F. & Zvezdov, D. (2013): La Fonction de Gestionnaire chez BP: Prise de Décision et Responsabilités en Haute Mer, Revue Internationale de Cas en Gestion, Vol. 11, No. 2, 1-32. [plus Lehrmaterial]