Forschung und Projekte am CSM, Nachhaltige Neuigkeiten
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So ein Theater!

„Bühne frei“, hieß es Ende Januar 2014 für mittelständische Unternehmer im Innovationsverbund Nachhaltiger Mittelstand (INaMi).

Gold - Ein Rohstoff auch aus nachhaltiger Produktion

Erschöpft, aber zufrieden fasst einer der Teilnehmenden seine Erfahrungen im Theaterworkshop zusammen. „Hätte ich heute Morgen gewusst, was mich erwartet, wäre ich nicht gekommen.“ Er kam aber: „Nun bleibt mir nur, mich zu bedanken.“

An zwei Tagen war die Business-Trainerin und Schauspielerin Silvia Jedrusiak (Münster) zu Gast am Centre for Sustainability Management (CSM). Auf Einladung des Innovationsverbunds Nachhaltiger Mittelstand (INaMi) machte sie die Akteure der Arbeitsgruppen „Zukunftsschmiede Nachhaltiger Schmuck“ und „Zukunftswerkstatt Friedhofskultur“ mit Methoden des Improvisationstheaters und mit Präsenztechniken vertraut.

Projekt Nachhaltiger Goldschmuck - INaMiObwohl Goldschmiede in ständigem Kontakt mit den Kunden stehen, spielen Verkauf und Kundengespräch in der Ausbildung keine Rolle. Goldschmiede, die sich bei der Auswahl ihrer Materialen an ökologischen und sozialen Kriterien orientieren, stoßen deshalb immer wieder auf die eine zentrale Frage: „Wie sage ich es dem Kunden?“

Engagierte Goldschmiede sensibilisieren für Problematiken im Goldbergbau

Die Bedingungen im Goldbergbau oder die ökologischen Katastrophen durch den Einsatz chemischer Stoffe wie Quecksilber führen in der medialen Öffentlichkeit nur ein Schattendasein. Deshalb müssen engagierte Goldschmiede ihre Kunden nicht nur bedarfsgerecht beraten, sondern auch aufklären und sensibilisieren. Eine schier unmögliche Aufgabe. Deren Lösung sicherlich nicht in einem konventionellen Verkaufstraining gefunden werden kann.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Innovationsverbundes Nachhaltiger Mittelstand sind geübt im Überschreiten von Grenzen. Deshalb brachten sie – gemeinsam mit der Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade – die Handwerker und Dienstleister mit dem Theater in Verbindung. Denn das Improvisationstheater verlangt von den Akteuren höchste Konzentration auf die Impulse der Mitspieler (Kunden). Und schult zudem das Vertrauen in die eigene Intuition.

In Kombination mit einfachen Schauspieltechniken machten sich die Teilnehmenden mit den nonverbalen Signalen ihres Auftretens vertraut. So entstand ein „Spiel“, das einen fruchtbaren Ansatz für das Verkaufen nachhaltiger Produkte zu bieten scheint. Sowohl die Goldschmiede, aber auch Steinmetze, Friedhofsverwalter und Hospizmitarbeiter konnten so Ausdrucksformen erproben, ihre Authentizität stärken und sich ihrer Wirkung auf andere bewusster werden.

Im März 2014 geht es mit beiden Arbeitsgruppen weiter. Die Goldschmiede arbeiten an einer Broschüre zur Aufklärung der Kunden, die „Zukunftswerkstatt Friedhofskultur“ wendet sich mit einem Ideenwettbewerb an die Schülerinnen, Schüler und Studierende der Region Lüneburg, um Impulse für innovative Lösungen auf die Fragen der Gegenwart zu finden. Man darf gespannt sein.

Andreas Schmitt-Sattelberg