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„Lüneburger Gespräche“ zur Energiewende

Bundestagsabgeordnete Hiltrud Lotze und Professor Erik G. Hansen diskutierten bei einer Podiumsdiskussion, wie die Energiewende gelingen kann.

In der Reihe „Lüneburger Gespräche“ hatte die Friedrich-Ebert-Stiftung Niedersachen zur Podiumsdiskussion geladen. Gastgeberin war die niedersächsische Bundestagsabgeordnete Hiltrud Lotze. Gemeinsam mit Fachleuten und Bürgern wurde über die Herausforderungen der Energiewende unter dem Motto „Energiewende: Ökologisch sinnvoll! Politisch machbar?“ diskutiert. Als Gastprofessur für das Management der Energiewende nahm Professor Erik Hansen vom Innovations-Inkubator und Centre for Sustainability Management (CSM) an der Diskussionsrunde teil.

Herausforderungen bei der Energiewende

Hiltrud Lotze eröffnete die Debatte mit einem Impulsvortrag, der aktuelle Herausforderungen der Energiewende umriss. So stünden einer großen Akzeptanz bei den Zielen der Energiewende in der Bevölkerung, sehr konkrete Bedenken beim Windkraftanlagenbau  in den Kommunen vor Ort gegenüber. Die Kostenentwicklung im Strombereich würde ebenso eine Rolle spielen, wie Klimaschutzziele oder Ressourcenschonung. Und die Interessen vom Hausbesitzer bis zum Großunternehmen, vom Apfelbauern bis zum Zugverkehrsbetrieb müssten immer wieder unter einen Hut gebracht werden. Ein Beitrag des DGB rundete den Impuls ab. Dort will man die Chancen der Energiewende in den Vordergrund gestellt sehen, ohne die Frage nach einer fairen Verteilung der Kosten und die Sicherheit von Arbeitsplätzen zu vernachlässigen.

Im Anschluss entspann sich schnell eine lebendige Debatte um große und kleine Details bei der Energiewende. Für die IHK stehen Investitionssicherheit und die Kostenfragen als zentrale Herausforderung mit im Mittelpunkt, wie Markus Mews, Bereichsleiter Innovation und Umwelt bei der IHK Lüneburg-Wolfsburg auf dem Podium betonte.

Politische Debatte sehr auf Kosten gerichtet

Professor Erik Hansen unterstrich dagegen, die öffentliche Debatte in Deutschland sei derzeit nur auf die Kosten gerichtet und zum großen Teil populistisch geführt. Die Chancen, Innovationen und Möglichkeiten die auch gerade für den niedersächsischen Mittelstand bestehen würden zurzeit zu unrecht kaum beachtet. Im Mittelstand, bei kleineren und mittleren Unternehmen aber auch dem Handwerk passiere schon sehr viel. Gerade auch für des Energiewendeland Niedersachsen gilt: Unternehmen entwickelten eifrig Innovationen oder sind schon mit neuen Produkten und Dienstleistungen aktiv.

Die Podiumsdiskussion in Lüneburg hat starke tagesaktuelle Relevanz: Im Bundestag wird derzeit intensiv an einer Neufassung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes gearbeitet. Bundestagsabgeordnete Hiltrud Lotze hatte die Arbeitsversion des neuen Gesetzes im Handgebäck dabei. Sie war sicher: „Die Novelle des EEG geht noch vor der Sommerpause des Parlaments im Juli durch!“

EEG-Novellierung bremst Energiewende

„Die derzeitige Novellierungen der politischen Rahmenbedingungen (EEG) laufen darauf hinaus die Energiewende zu drosseln und somit die Innovationsaktivitäten vorausschauender Unternehmen zu bestrafen“, kommentierte Professor Hansen. Wie schon der verstorbene Solarpionier der SPD, Hermann Scheer, bemerkte, führe eine zögerliche Energiewende in der Stromwirtschaft außerdem zum Bau zahlreicher neuer Kohlekraftwerke die über Jahrzehnte hinweg zur finanziellen und ökologischen Belastung werden.

Prof. Erik Hansen, MdB Hiltrud Lotze & Markus Mews, IHK Lüneburg-Wolfsburg (v.r.n.l.)

Zum Ende kam man auf weitere Ziele bei der Energiewende zu sprechen: Die Verbesserung der Transparenz und eine Demokratisierung in einem Milliarden-Euro-Markt. Die Gäste im Plenum sind da wohl schon einen guten Schritt weiter. Nicht nur als passive Verbraucher sondern auch als aktive Akteure versteht sich die Mehrheit der Bürger. Ein Lüneburger Unternehmer aus dem Pflegebereich berichtete zum Ende der Debatte euphorisch von der Umstellung seines Fuhrparks auf Voll-Elektrisch. Und natürlich werden die Fahrzeuge über eine hauseigene Photovoltaik-Anlage aufgeladen.