aus dem CSM

E-Mobilität: Wie die Energiewende dezentrale Mobilitätskonzepte ermöglicht

Was hat ein Pflegeunternehmen mit dem gelingen der Energiewende zu tun? Sehr viel, wie ein Forschungsprojekt der Leuphana Universität Lüneburg verdeutlicht. Ein niedersächsisches Pflegeunternehmen nutzt zum Beispiel selbst erzeugten Solarstrom und eine eigene E-Fahrzeugflotte für einen steigenden Anteil der Pflege-Touren und zeigt dadurch auch die Potentiale, die derzeit für mittelständische Unternehmen durch die Energiewende in ganz Deutschland bestehen.

Wirtschaftsminister Olaf Nies am Projektstand "Management der Energiewende" in Lüneburg

Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies am von Ferdinand Revellio betreuten Projektstand zum “Management der Energiewende” in Lüneburg (Foto: Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg GmbH)

Im Rahmen der Professur Management der Energiewende untersuchen Professor Erik Hansen und Ferdinand Revellio solche nachhaltigkeitsorientierten Geschäftsmodelle und Konzepte. Im durch die Bundesregierung geförderten Schaufenster Elektromobilität haben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nun erste Ergebnisse einer breiteren Öffentlichkeit vorgestellt. Niedersachsen und seine Metropolregionen sind ein Bestandteil des „Schaufensters Elektromobilität“ der Bundesregierung. Mit dieser Initiative werden Projekte, Veranstaltungen und Kooperationen gefördert um bis zum Jahr 2020 den Anteil an elektrisch betriebenen Fahrzeugen in Deutschland deutlich zu erhöhen. Mit einer „Sieben-Städte-Tour“ beteiligt sich das niedersächsische Wirtschaftsministerium aktiv an dem Schaufenster-Projekt.

 „Das Interesse am Thema Elektromobilität in Niedersachsen ist wirklich sehr groß. Das zeigen die bisherigen Besucherzahlen und auch die Zahl der Probefahrten bei unserer Roadshow.“

Olaf Lies, Wirtschaftsminister in Niedersachsen

Von Mai bis Juli 2015 werden E-Mobilitätslösungen präsentiert und einem breiten Publikum vorgestellt. In Lüneburg haben 23.000 Menschen die unter dem Motto „Einfach elektrisch“ stehende Roadshow besucht und sich über Fahrzeug und Antriebsmodelle sowie über weiterführende Lösungskonzepte rund um die E-Mobilität informiert. In diesem Veranstaltungsrahmen wurden die Forschungergebnisse von Professor Hansens Teams in Lüneburg präsentiert.

Ziel des Forschungsprojektes

Die Studie zum „Business Case für Erneuerbare Energieerzeugungs- und Nutzungskonzepte in KMU“ der Gastprofessur Management der Energiewende untersucht, wie in kleinen und mittleren Betrieben innovative Energieerzeugungs– und Nutzungskonzepte wettbewerbsförderlich umgesetzt werden können, und gleichzeitig ein Beitrag zum Klimaschutz geleistet werden kann. Die Ergebnisse sollen zur Nachahmung motivieren und dadurch Impulse für die regionale Wirtschaft in der Konvergenzregion Lüneburg leisten.

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Minister Lies im Gespräch mit den pmk-Gründern Frank Perschke und Kai Warneke aus Lüneburg (Foto: Metropolregion Hannover Braunschweig Göttingen Wolfsburg GmbH)

Projektfokus

In dem vorliegenden Leuphana-Innovation-Inkubator-Projekt wird anhand der Lüneburger Betriebe pmk-Pflegedienst GmbH und tmk Tagespflege mit Kompetenz GmbH untersucht, wie das Engagement für erneuerbare Energien und Elektromobilität auf die unternehmerische Wettbewerbsfähigkeit im Sinne des Business Case for Sustainability wirkt. Die beiden Lüneburger Unternehmen haben ein integriertes Energieerzeugungs- und –Nutzungskonzept für erneuerbare Energien entwickelt, das den selbsterzeugten Strom aus den Photovoltaikanlagen für den eigenen Geschäftsbetrieb nutzbar macht. Dafür wurde die eigene Fahrzeugflotte des ambulanten Pflegedienstes um drei Elektrofahrzeuge erweitert, welche an der unternehmenseigenen Photovoltaikanlage aufgeladen werden. Damit erhöhen die Unternehmen nicht nur den Eigenverbrauchsanteil des PV-Stroms (und entlasten so die Verteilnetze), sondern gehen auch einen ersten Schritt in Richtung klimaneutraler Mobilität.

Hintergrund

Die Energiewende in Deutschland wird von vielen Unternehmen und Verbänden weiterhin überwiegend als Belastung angesehen (Stichwort: Kostendebatte). Vorreiter-Unternehmen in ganz Deutschland, insbesondere aus dem Mittelstand sehen hingegen die Energiewende als Chance und investieren proaktiv in eigene regenerative Erzeugungsanlagen, um Kosten zu senken und unternehmerische Unabhängigkeit, Unternehmensreputation und Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. Preisgekrönte deutsche Pioniere sind beispielsweise die SOLVIS GmbH & Co. KG mit ihrer Nullemissionsfabrik für Heiztechnik oder das „Positiv-Energieunternehmen“ J. Schmalz GmbH im Bereich Vakuum-Technik.

Projektkontakt

Prof. Dr. Erik G. Hansen
Scharnhorststr. 1, C11.402
21335 Lüneburg
Fon: 0049-4131-677 2260