Nachhaltige Neuigkeiten

Nachhaltigkeitspolitik: Mindesthaltbarkeit für Elektrogeräte?

Ob Waschmaschine, Smartphone oder Fernseher: Die meisten elektronischen Geräte werden immer kürzer genutzt. Das zeigt eine neue Studie des Umweltbundesamtes (UBA). Für mehr Nachhaltigkeit in Bereich Elektrotechnik werden nun neue Regularien gefordert.

Die Gründe für den frühzeitigen Austausch sind dabei vielfältig. Die Herstellung der Produkte verbraucht wertvolle Ressourcen; Schadstoffe und Treibhausgase belasten Umwelt und Klima. Man müsse daher über Mindestanforderungen an Produktlebensdauer und Qualität nachdenken – also eine Art Mindesthaltbarkeit für Elektro- und Elektronikgeräte – schlussfolgert die Beteiligten beim Umweltbundesamt. Bei der Ursachenforschung zeigt sich außerdem ein vielfältiges Bild.

Konsumimpulse bestimmen Austauschzyklus

Gerade im Bereich der Unterhaltungselektronik und Informationstechnik sind Technologiesprünge und der Wunsch nach einem neuen Gerät häufig Auslöser für den Neukauf. Gleichzeitig stieg beispielsweise in letzter Zeit der Anteil der Haushaltsgroßgeräte, die aufgrund eines Defekts bereits innerhalb der ersten fünf Jahre ersetzt wurden. Nicht nur unter ökologischen Gesichtspunkten ist das nicht hinnehmbar.

Lange Nutzung Basis für gute Klimabilanz

In allen untersuchten Produktgruppen, sei es der Fernseher, das Notebook oder die Waschmaschine, belasten die kurzlebigen Produkte unsere Umwelt deutlich stärker als Geräte mit langer Nutzungsdauer. Beispiel Waschmaschine: Im Vergleich liegen Energieaufwand und Treibhausgaspotenzial bezogen auf den gesamten Lebensweg bei einer fünfjährigen Maschine um rund 40 Prozent höher als bei einem 20jährigen Gerät. Dabei ist eine mögliche bessere Energieeffizienz schon berücksichtigt.

Keine Hinweise auf geplante Obsoleszenz

Eine gezielte kurze Produktlebensdauer, die die Hersteller mittels eingebauter Mängel erzeugen – die sogenannte geplante Obsoleszenz – kann in der aktuellen Studie nicht nachgewiesen werden. Vielmehr kalkulieren Hersteller mit einer bestimmten Produktlebensdauer, die sich auch nach Zielgruppen, Einsatzbereichen und Produktzyklen richtet.

Verbraucherverhalten rückt in den Blick

Im Bereich der Fernsehgeräte beispielsweise werden von den Verbraucherinnen und Verbrauchern innerhalb eines Jahres neue Entwicklungen erwartet. Und nicht zuletzt sind auch die Verbraucherinnen und Verbraucher selbst in der Verantwortung. Vom Smartphone über das Notebook bis zum Flachbildfernseher werden viele Geräte ersetzt, obwohl sie noch gut funktionieren.

Studie (PDF): Einfluss der Nutzungsdauer von Produkten auf ihre Umweltwirkung: Schaffung einer Informationsgrundlage und Entwicklung von Strategien gegen „Obsoleszenz“

Hinweis: Der Text basiert auf einer Meldung des UBA