Nachhaltige Neuigkeiten

Aufruf zur Nachhaltigkeit: Für paradigmatische Wende der Wirtschaftswissenschaften

Über 30 namhafte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Deutschland, Österreich und der Schweiz fordern in einem gemeinsamen Aufruf eine paradigmatische Wende der Wirtschaftswissenschaften.

Wirtschaftswissenschaften müssen umfassend nachhaltige Entwicklung berücksichtigen

Da es neben unbestrittenen Erfolgen auch gravierende ökologische Zerstörungen, soziale Verwerfungen und ökonomische Krisen gibt, brauche es mehr denn je eine Wirtschaftswissenschaft, die insbesondere die Bedingungen und Möglichkeiten einer nachhaltigen Entwicklung von Wirtschaft und Gesellschaft analysiert und hilft, diese zu verbessern.

Mit dem Aufruf „Transformative Wirtschaftswissenschaft im Kontext nachhaltiger Entwicklung“ wollen die Unterzeichnenden eine Diskussion über einen neuen „Vertrag“ zwischen Wirtschaftswissenschaft und Gesellschaft anstoßen. Der Aufruf ist in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift „Ökologisches Wirtschaften“ veröffentlicht und steht zum Download bereit.

Wirtschaftswissenschaft muss Wirkungskraft verantwortungsvoll nutzen

Seit ihrer Gründung im 18. Jahrhundert haben die Wirtschaftswissenschaften ökonomische Prozesse nicht nur beschrieben, sondern auch katalysiert und beeinflusst. Die theoretischen Erkenntnisse der Wirtschaftswissenschaften sind eng verbunden mit gesellschaftlichen und politischen Handlungsoptionen und werden genutzt, diese zu legitimieren. „Damit die Wissenschaft ihrer Verantwortung gegenüber der Gesellschaft gerecht wird, muss sie ihre gesellschaftliche Wirkungskraft bewusst nutzen. Daher geht es uns darum zu diskutieren, wie Wissenschaft transformativ wirken kann, indem neue Handlungsoptionen geschaffen und implementiert werden“, so die Initiatoren Uwe Schneidewind, Präsident des Wuppertal Instituts und Vorstandsmitglied der Vereinigung für ökologische Wirtschaftsforschung, sowie Reinhard Pfriem, Professor an der Universität Oldenburg und Gründer des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung.

Wie kann die Wissenschaft zur nachhaltigen Entwicklung beitragen?

Die Unterzeichnenden rufen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler dazu auf, die gesellschaftliche Wirkung ihrer Arbeit stärker zu reflektieren und eine aktivere und kritischere Rolle in aktuellen gesellschaftlichen Debatten einzunehmen. „Mit dem Aufruf wollen wir dazu einladen, die Diskussion mitzugestalten, wie die Wissenschaft stärker als bisher zu einer nachhaltigen Entwicklung beitragen kann“, so Schneidewind und Pfriem.

Unterzeichnerinnen und Unterzeichner

Der Aufruf „Für einen neuen Vertrag zwischen Wirtschaftswissenschaft und Gesellschaft – Transformative Wissenschaft im Kontext nachhaltiger Entwicklung“ wurde unterzeichnet von:

  • Prof. Dr. Uwe Schneidewind, Präsident des Wuppertal Institutes für Klima, Umwelt, Energie
  • Prof. Dr. Reinhard Pfriem, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
  • Jonathan Barth, Netzwerk Plurale Ökonomik
  • Prof. Dr. Thomas Beschorner, Universität St. Gallen
  • Prof. Dr. Mathias Binswanger, Fachhochschule Nordwestschweiz
  • Prof. Dr. Hans Diefenbacher, Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft Heidelberg
  • Prof. Dr. Klaus Eisenack, Humboldt-Universität Berlin
  • Prof. Dr. Susanne Elsen, Universität Bozen
  • Prof. Dr. Nils Goldschmidt, Universität Siegen
  • Prof. Dr. Silja Graupe, Vizepräsidentin der Cusanus Hochschule
  • Prof. Dr. Gerd Grözinger, Universität Flensburg
  • Prof. Dr. Bernd Hansjürgens, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
  • Dr. Lisa Herzog, Institut für Sozialforschung, Frankfurt/M.
  • Dr. Katrin Hirte, Johannes Kepler Universität Linz
  • Thomas Korbun, Wissenschaftlicher Geschäftsführer, Institut für ökologische Wirtschaftsforschung
  • Prof. Dr. Marco Lehmann-Waffenschmidt, Technische Universität Dresden
  • Prof. Dr. Georg Müller-Christ, Universität Bremen
  • Dr. Barbara Muraca, Oregon State University
  • Prof. Dr. Walter Ötsch, Johannes Kepler Universität Linz
  • Prof. Dr. Niko Paech, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
  • Prof. Dr. Stephan Panther, Universität Flensburg
  • Prof. Dr. Helge Peukert, Universität Erfurt
  • Ulrich Petschow, Institut für ökologische Wirtschaftsforschung
  • Prof. Dr. Birger Priddat, Universität Witten/Herdecke
  • Prof. Dr. André Reichel, Karlshochschule Karlsruhe
  • Prof. Dr. Wolfgang Sachs, Wuppertal-Institut für Klima, Umwelt, Energie
  • PD Dr. Irmi Seidl, Swiss Federal Research Institute Birmensdorf
  • Prof. Dr. Bernd Siebenhüner, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg;
  • Prof. Dr. Till van Treeck, Universität Duisburg/Essen
  • Prof. Dr. Ulrich Witt, Friedrich-Schiller-Universität Jena
  • Prof. Dr. Angelika Zahrnt, BUND
  • Prof. Dr. Joachim Zweynert, Lehrstuhl für Internationale Politische Ökonomie, Universität Witten/Herdecke

Hinweis: Dieser Text basiert auf einer Meldung der Initiatoren des Aufrufs