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MBA Sustainability Management – und dann?

Studie zum Verbleib der Absolventinnen und Absolventen des MBA Sustainability Management

MBA-Titelverleihung 2011

Nach fünf erfolgreichen Abschlussjahrgängen und mehr als 120 Absolventinnen und Absolventen war es für das CSM an der Zeit, erstmalig eine umfangreiche Verbleibstudie der ehemaligen Studierenden des MBA Sustainability Management durchzuführen. Ziel der Befragung war es, Informationen zur Qualität des Studiums, zum persönlichen Studienerfolg und zum derzeitigen Tätigkeitsfeld der Ehemaligen zu gewinnen. Die Ergebnisse dienen dem Ausbau und der Verbesserung des Studienangebotes sowie des Studierendenservices.

Die Erfahrungen aus der Verbleibstudie sollen für die kommende Jahrgänge genutzt werden, um den Studiengang den aktuellen Bedürfnissen der Studierenden noch besser anzupassen. Schließlich sollen durch den MBA individuelle Change Agents for Sustainability ausgebildet und im Bereich Nachhaltigkeitsmanagement umfassend qualifiziert werden. Die erworbenen Fähigkeiten sollen sie möglichst so einsetzen, dass sie eine hohe Wirkung auf die nachhaltige Entwicklung von Wirtschaft und Gesellschaft erzielen.

In diesem Frühjahr startet nun bereits der neunte MBA-Jahrgang am CSM der Leuphana Universität Lüneburg. Mit dem Abschlussjahrgang 2011 hat das Programm inzwischen auch mehr als 120 Absolventinnen und Absolventen hervorgebracht, die in den unterschiedlichsten Branchen tätig sind. Zeit also, die Ziele und Wirkungen des Studiengangs zu evaluieren, um die Ergebnisse für zukünftige Jahrgänge zu nutzen.

Die Ergebnisse im Überblick

Wie die MBA-Studierenden selbst kommen auch die Teilnehmenden der Befragung aus nahezu allen Wirtschaftsbereichen – sie arbeiten in der Beratung und Wirtschaftsprüfung (29,4 Prozent), beschäftigen sich mit Architektur, Städtebau, Immobilien und dem Baugewerbe (19,1 Prozent), sind im Bereich Wissenschaft, Forschung und Bildung (17,6 Prozent), als Dienstleister/-innen unterwegs (16,2 Prozent), im öffentlicher Dienst beschäftigt (13,2 Prozent) oder arbeiten in anderen Branchen.

Das Studiums insgesamt schätzen sie als deutlich positiv ein: Von der überwiegenden Mehrheit der Befragten wird der MBA mit „gut“ oder „sehr gut“ bewertet. In der Gesamteinschätzung gaben viele der Ehemaligen auch an, dass sich der doch erhebliche Arbeitsaufwand eines Weiterbildungsstudienganges neben dem Beruf für sie gelohnt hat. Mehr als 90 Prozent der Studierenden entscheiden sich für das Studium in Teilzeit, um Beruf und Ausbildung vereinen zu können. Das MBA-Studium bietet darüber hinaus eine hohe Flexibilität bei der Wahl der Studienform und der einzelnen Module. So kann auch während des Studiums zwischen Voll- und Teilzeitmodus gewechselt, Urlaubssemester können beantragt und Module können zu einem späteren Zeitpunkt belegt werden. Neben der  Flexibilität wurden auch die Anzahl und Inhalte der Präsenzveranstaltungen sowie das Gesamtkonzept des Blended-Learning von den  Absolventinnen und Absolventen als positiv eingeschätzt.

Soft Skills (Methodenkompetenz, Sozialkompetenz, Persönlichkeitskompetenz, unternehmerisches Denken) bilden einen weiteren Schwerpunkt des Studiums. Ihr Erwerb wird überwiegend als gelungen eingeschätzt. Besonders hohe Kompetenzzuwächse gibt es im Bereich Selbstmanagement, was angesichts eines berufsbegleitenden Fernstudiums auch sehr wichtig erscheint.

Die im Studium erworbene Kompetenzen im fachlichen und überfachlichen Bereich werden sehr unterschiedlich bewertet: Im betriebswirtschaftlichen Bereich liegen sie auf mittlerem Niveau, mehrheitlich umfangreiche Kenntnisse werden jedoch im Bereich Nachhaltigkeitsmanagement erworben. Ein gemischtes Bild zeigt sich in den Wahlmodulen wie „Sustainable Entrepreneurship“ oder „Technologie- und Innovationsmanagement“.

Mit Blick auf die Karriereentwicklung fielen die Ergebnisse unterschiedlich aus. Viele der Befragten teilen nicht das klassische „Karriere“-Verständnis. Veränderungen der hierarchischen Position waren eher in der Minderheit, eine knappe Mehrheit (56 Prozent) konnte gewisse Gehaltszuwächse verbuchen, wobei diese vermutlich nur zum Teil auf den MBA zurückzuführen sind. Auffällig ist ein relativ großer Teil der Ehemaligen (59 Prozent), der nach dem Studium Unternehmen oder Tätigkeitsfeld gewechselt hat.

Oftmals scheint hier auch der Wunsch nach einer nachhaltigkeitsorientierten Beschäftigung sowie Sinnstiftung und Selbstverwirklichung eine Rolle zu spielen. Mehr als zwei Drittel der Befragten gaben an, dass Nachhaltigkeit eine größere Rolle in ihrer jetzigen Tätigkeit spielt als vor dem Studium. Zusammengefasst sehen die Ehemaligen damit einen hohen persönlichen Nutzen durch das MBA-Studium.

Ziel des MBA ist es, Change Agents for Sustainability auszubilden, die mit qualifiziertem Wissen und durch aktives Handeln tiefgreifende Veränderungen hin zu einer nachhaltigen Entwicklung befördern. Laut Studie fühlen sich die Befragten dazu auch gut befähigt, Nachhaltigkeit tatsächlich unternehmerisch umzusetzen.

Erfahrungen für die Zukunft

Die Ergebnisse bestärken die derzeitige Ausrichtung des MBA mit hohem wissenschaftlichem Anspruch bei gleichzeitiger Nähe zur Praxis. Dennoch weisen sie auch auf Probleme und Herausforderungen hin, die in der kommenden Studiengangsplanung und –gestaltung angegangen werden.

Insgesamt bestätigen die Ergebnisse der Verbleibstudie auch die Grundkonzeption des MBA Sustainability Management und die hohe Qualität der Ausbildung. Die Konzeption als Blended-Learning-Studium erweist sich dabei als äußerst geeignet, jedoch bieten sich weitere Potentiale durch Elemente wie Selbstchecks, Lehrvideos oder Webkonferenzen. In Zukunft soll außerdem die Erstellung der Masterarbeit noch stärker unterstützt werden. Defizite gibt es darüber hinaus in der Kompetenzvermittlung betriebswirtschaftlicher Grundlagen. Diese Inhalte sollen in Zukunft noch stärker mit Themen des Nachhaltigkeitsmanagements verknüpft werden.

Die Ergebnisse der Verbleibstudie fließen bereits jetzt in die grundlegende Überarbeitung des Curriculums des Studiums für 2013 ein. Dabei sollen die Kernbereiche des MBA gestärkt und aktuelle Themen integriert werden. Künftig wird es neben einem 60-CP-Programm auch eine 90-CP-Variante geben, die es vor allem Bachelor-Absolventinnen und -Absolventen erleichtert, den MBA erfolgreich abzuschließen.

So wurde gemessen: Erhebungsmethode und Ablauf

Die anonymisierte Online-Befragung der Absolventinnen und Absolventen fand in der Zeit vom 15. Juli bis zum 5. September 2011 statt. Die insgesamt 68 Fragen wurden von 68 der 85 angeschriebenen Absolventinnen und Absolventinnen beantwortet, was einer Rücklaufquote von 80 Prozent entspricht.