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Erfolgreicher MBA-Abschluss: Nachhaltigkeitsmanager feiern in Lüneburg

Titelverleihung für 30 Absolventinnen und Absolventen des MBA Sustainability Management an der Leuphana Universität Lüneburg

Am Samstag, den 16. September 2017 erhielten 30 Absolventinnen und Absolventen des MBA-Studiengangs Sustainability Management ihre Abschlussurkunden. In den vergangenen zwei Jahren haben sich die jungen Führungskräfte an der Leuphana Universität zu Nachhaltigkeitsmanagern weitergebildet. Ihr ambitioniertes Ziel: Die Welt verbessern, ökologische Produkte und Dienstleistungen entwickeln und Nachhaltigkeit damit unternehmerisch umzusetzen.

Nachhaltigkeitsmanager/innen wollen unternehmerisch Handeln

Das Besondere: Die Absolventen stammen aus ganz Deutschland und auch aus ganz verschiedenen Branchen. Vor allem der Wunsch nach eine nachhaltigeren Wirtschaft hat Sie zum Studium nach Lüneburg geführt.

Ein berufsbegleitendes Studium ist immer auch eine Herausforderung. Der Abschlussjahrgang 2017 hat Samstagnachmittag im Glockenhaus der Hansestadt Lüneburg das Ende dieser anstrengenden Lebensphase gefeiert. Zusammen mit Freunden und Familien würdigten über 100 Gäste ihre Leistungen.

Große Tradition: Seit Gründung des MBA-Studiengangs um die Jahrtausendwende feiern Nachhaltikgeitsmanagement-Absolventen im alt-ehrwürdigen Glockenhaus der Hansestadt Lüneburg

Mit ihren Grußworten und Glückwünschen ermunterten Professor Stefan Schaltegger von der Leuphana, aber Bürgermeister Eduard Kolle sowie die anwesenden Unternehmensvertreter alle Absolventen ihren Kurs und ihre Ideale zur Nachhaltigkeit beizubehalten.

Als Zeichen des Aufbruchs ging es mit einem schwungvollen Wurf der „Doktor-Hüte“ in den neuen Lebensabschnitt.  Eine Tradition, die im Lüneburger Nachhaltigkeitsstudium seit über 14 Jahren gilt und nach deren Abschluss bis spät in die Nacht gefeiert wird.

Home Coming Days 2017: Zentrale Netzwerkveranstaltung im Nachhaltigkeitsmanagement-Studium

Eingebettet ist die Absolventenverabschiedung in den größeren Rahmen der Home Coming Day im Nachhaltigkeitsmanagement-Studiengang MBA Sustainability Management. Zusammen mit dem Centre for Sustainability Management (CSM) organisiert der Alumni-Verein des MBA jedes Jahr ein mehrtägiges Tagungs- und Konferenzformat. In diesem Jahr standen Veranstaltungen am Freitag und Samstag unter dem Oberthema Diversität.

Fachvorträge von Akteuren des Projektes Hitzacker Dorf und der Diversity-Absteilung des Unternehmens Barclaycard lieferten Impulse für eine Vertiefung des Themas in Workshop-Sessions am Samstag.


Hintergrund: MBA im Nachhaltigkeitsmanagement

Der MBA Sustainability Management vereint seit 2003 die Vermittlung von Fachkenntnissen und Soft Skills mit Themen des Nachhaltigkeitsmanagements. Er wird vom Centre for Sustainability Management (CSM) im Rahmen der Professional School der Leuphana Universität angeboten. Das Studienangebot richtet sich an Personen, die einen Karrieresprung anstreben und nachhaltige Entwicklung in ihren jeweiligen Berufsfeldern vorantreiben möchten. Das MBA-Studium ist der weltweit erste universitäre MBA zu Nachhaltigkeitsmanagement und Corporate Social Responsibility (CSR).

leuphana.de/mba-sum

Lesetipp: Artikelserie zu Social Business und Nachhaltigkeitstransformation

Konsumenten kaufen immer bewusster und Firmen legen zunehmend Wert auf sozial verantwortliches Handeln. Der Trend zum „Social Business“ rückt gesellschaftliche Probleme in den Fokus der Wirtschaft und will diese mit neuen unternehmerischen Mitteln lösen.

Social Business & Sustainable Entrepreneurship als Treiber der Transformation?

Ein Grund für das Zukunftsinstitut sich in der einer Artikelsammlung Thema „Social Business“ von verschiedenen Standpunkten aus zu nähern. Für einen Beitrag zur Einordnung wichtiger Entwicklungen im Bereich Sustainable Entrepreneurship, gibt auch Professor Dr. Stefan Schaltegger eine Einschätzung ab und diskutiert die Triebfedern der Nachhaltigkeitstransformation:

„Die Pionierleistungen der Social-Business-Szene und der Sustainable-Entrepreneurship-Bewegung zeigen: Das oberste Ziel eines Unternehmens muss nicht (nur) in der Profitorientierung liegen.“

Finden Sie hier die Artikelserie: https://www.zukunftsinstitut.de/dossier/tup-digital/social-business/

Nachhaltigkeitsberichte wirken: Unternehmen mit verbesserter Berichterstattung senken Emissionen

Nachhaltigkeitsberichte werden oft damit begründet, dass Transparenz über die Umwelt- und Sozialwirkungen des Unternehmens geschaffen werden soll. Nun wurde ein ganz anderer Nutzen von Nachhaltigkeitsberichten empirisch nachgewiesen: die Reduktion von CO2-Emissionen durch verbesserte Berichterstattung. Untersucht wurden Daten von 280 der 500 weltweit größten Unternehmen.

Von Prof. Dr. Stefan Schaltegger

Stefan Schaltegger

Für ein Untersuchungsgruppe von 284 der fünfhundert größten Unternehmen der Welt, für die entsprechende Daten erhältlich waren, konnte für den Zeitraum von 2008 bis 2012 gezeigt werden, dass eine Verbesserung der Berichterstattung mit einer Reduktion der CO2-Emissionen einhergeht.

280 der 500 größten Unternehmen untersucht

Dr. Wei Qian von der University of South Australia, Adelaide, und Professor Dr. Stefan Schaltegger vom Centre for Sustainability Management (CSM) der Leuphana Universität Lüneburg haben die Daten des Carbon Disclosure Projects (CDP) mit dem weltweit größten Datenset zu CO2-Emissionen von Unternehmen ausgewertet.

Wirkung: Berichte schärfen Bewußtsein für Nachhaltigkeit bei Führungskräften

Ihre Hypothese konnte bestätigt werden, dass qualitativ verbesserte Berichterstattung zu Klimaemissionen zur Reduktion von CO2-Emissionen führt. Die Grundlogik ist dabei, dass eine verbesserte Qualität der Berichterstattung zu einem erhöhten Bewusstsein bei Mitarbeitenden und Führungskräften führt und damit mehr Entscheidungsträger im Unternehmen sich intensiv mit dem Themenbereich auseinander setzen und handeln. Als Folge der höheren Transparenz und dadurch angeregter Verbesserungsmaßnahmen sinken die CO2-Emissionen des Unternehmens.

Veröffentlichung im British Accounting Review

Die soeben im British Accounting Review online veröffentlichte Studie hat Veränderungen der Veröffentlichungsqualität von Kohlendioxidemissionen (carbon disclosure levels) in einem Jahr mit Veränderungen der CO2-Emissionen im Folgejahr analysiert. Im Durchschnitt emittieren die untersuchten Unternehmen im Betrachtungszeitraum 516 Kilogramm CO2 pro tausend Dollar Umsatz. Die Veröffentlichungsqualität jedes beteiligten Unternehmens wird vom Carbon Disclosure Project jährlich analysiert und anhand eines Indikators (Carbon Disclosure Score) bekannt gegeben.

Dabei konnte aufgezeigt werden, dass mit jedem Prozent Verbesserung an Veröffentlichungsqualität im Folgejahr im Durchschnitt 1,82 Kilogramm CO2-Emissionen insgesamt (sog. Scope 2 beim Unternehmen und den direkten Lieferanten) pro tausend Dollar Umsatz und 1,48 kg/tausend $ Umsatz im Unternehmen selbst (Scope 1) reduziert wurden. Wenn die Reduktionswirkung prozentual (für 1% höhere Veröffent­lichungs­qualität 3,5% Verbesserung für Scope 2 bzw. 2,8% für Scope 1) auch nicht sehr groß ist, so ist doch erfreulich, dass auch unter Berücksichtigung von weiteren Einflussfaktoren, die zu einer CO2-Reduktion führen können, deutlich nachgewiesen werden konnte, dass die qualitative Verbesserungen der Berichterstattung zu einer tatsächlichen, effektiven Minderung von CO2-Emissionen führen.

Weitere positive Langzeiteffekte vermutet

Da die Reduktion von CO2-Emissionen häufig mit Investitionen in energieeffizientere Anlagen und Gebäude verbunden ist, ist bei einer Betrachtung von längeren Wirkungszeiträumen die Reduktionswirkung möglicherweise noch größer. Die vorhandene Datenlage hat eine entsprechende Analyse bisher jedoch nicht ermöglicht und bleibt eine Herausforderung für die zukünftige Forschung.

Qian, W. & Schaltegger, S. (2017, online): Revisiting Carbon Disclosure and Performance: Legitimacy and Management Views. The British Accounting Review. https://doi.org/10.1016/j.bar.2017.05.005

Hintergrund: Professor Stefan Schaltegger leitet das Centre for Sustainability Management (CSM) und hat 2003 den weltweit ersten MBA Sustainability Management eingeführt. Sein Forschungsschwerpunkt ist Nachhaltigkeitsmanagement, insbesondere Messung und Steuerung unternehmerischer Nachhaltigkeit (Environmental and Sustainability Accounting and Reporting, Nachhaltigkeitscontrolling, Sustainability Balanced Scorecard), Grundlagenkonzepte und Methoden des Nachhaltigkeitsmanagements (Operationalisierung unternehmerischer Nachhaltigkeit, Biodiversitätsmanagement, ) sowie Management von Stakeholder-Beziehungen.

Nachhaltigkeitsmanagement in Leipzig: Die Studienreise des Alumni-Vereins 2017

Jedes Jahr gibt es zwei bis drei größere Exkursionen bzw. Studienreisen für Nachhaltigkeitsmanagerinnen und -manager, die der CSM-Alumni e.V. für Mitglieder in diesem Nachhaltigkeitsmanagement-Netzwerk organisiert. In diesem Jahr liegt der Schwerpunkt auf Nachhaltigkeits-Projekten  in und um Leipzig.

Die Idee, und auch die Ausgestaltung der einzelnen Programmschwerpunkte, geht zurück auf den MBA-Sustainability-Management-Stammtisch in Sachsen. Wie auch in den Vorjahren nehmen rund 20 Absolventinnen und Absolventen und Studierende des MBA Sustainability Management an der Studienreise teil. Die Nachhaltigkeitsmanager/innen interessieren sich dieses Jahr für Projekte zu Social Entrepreneurship, der Mobilitäts- und Energiewende sowie für Ökosystemdienstleistungen.

Übersicht über die Programmpunkte: Nachhaltigkeitsmanagement in Leipzig 2017

Die Studienreise finde vom 18. bis 21. Mai 2017 statt und wird vom Stammtisch Sachsen organisiert. Die Veranstaltung wird zu dem auch unter nachhaltigen Veranstaltungskriterien durchgeführt. An den vier Tagen der Exkursion werden die folgenden inhaltlichen Stationen und Schwerpunkte gesetzt:

  •  Präsentation der Ergebnisse: „Erwartungen an eine nachhaltige Studienreise“ des CSM-Alumni e.V.
  • Führung: „Herstellung von Elektrofahrzeugen“ im BMW-Werk-Leipzig
  • Vortrag: „Werk der Zukunft – Wie ökologische und soziale Belange in die Planung von Produktionsstätten mit einfließen“ mit dem Team Arbeitssicherheit, Ergonomie und Umweltschutz, BMW-Werk-Leipzig
  • Vortrag: „Der Emissionshandel der European Energy Exchange (EEX) – Marktentwicklungen und Zukunftsperspektiven“ mit dem Leiter Training & Education, EEX)
  • Vortrag: „Erneuerbare Energien – Energiemix der Zukunft & Virtuelle Kraftwerke“ mit Leitung Kommunikation
  • Workshop mit Impulsvorträgen: „Biodiversität & Ökosystemleistungen im ökonomischen Kontext“ mit Deutsches Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv)
  • Workshop mit Impulsvorträgen: „Gesellschaftliche Transformation – Regionale Initiativen & bundesweite Netzwerke“ und „Der Weg durch die Verwaltung – Von der Initiative zum Stadtratsbeschluss“
  • Vorträge: „Soziale Innovation rund um gesunde und regionale Ernährung“ mit Social Impact Lab Leipzig, Whole Food Box sowie Zentrum für Fermentation (ZfF)
  • Workshop mit Impulsvortrag: „Konzeption einer Crowdfunding Kampagne“ mit Geschäftsführung von Crowdfunding Campus GmbH)

Alumni-Verein des MBA Sustainability Management

Foto: Pixabay.com / Skyline des MDR-Hochhauses in Leipzig

Neuerscheinung: Sustainability-Oriented Business Model Assessment

Im Rahmen eines jetzt neu erschienen Sammelbandes „Analytics, Innovation, and Excellence-Driven Enterprise Sustainability“ setzen sich die Wissenschaftlerinnern und Wissenschaftler des Centre for Sustainability Management (CSM) mit Fragestellungen zur Managementperspektive bei der Implementierung von Nachhaltigkeit in den Geschäftmodellen auseinander – bisher durchaus eine Forschungslücke.

Abstract: Sustainability-Oriented Business Model Assessment

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Unternehmen als Treiber einer nachhaltigen, regionalen Entwicklung – Besichtigung der Bohlsener Mühle

Wenn man sich für die Nachhaltigkeitstransformation durch Unternehmen interessiert ist der Blick auf Pioniere einer Branche hilfreich um die damit verbundenen Prozesse besser zu verstehen. Im Nachhaltigkeitsmanagement-Netzwerk um den CSM Alumni Verein finden deswegen regelmäßig Exkursionen und Studienreisen statt.

Am 17. März  einem Freitagnachmittag  öffnete die Bohlsener Mühle ihre Pforten für 15 Mitglieder des CSM-Alumni-Vereins und Studierende im MBA Sustainability Management. Im Rahmen eines Fallstudienmoduls zum kooperativen und marktorientierten Nachhaltigkeitsmanagement nutzten die Studierenden diese Exkursion, um ihr praxisnahes Modul-Thema direkt vor Ort und mit einem Pionier-Unternehmen abzuklären.

Mit alten Balken zum Treiber einer nachhaltigen Entwicklung

Bohlsener-Muehle_2017

Alte Balken aber innovative Ideen: Bio-Backwaren-Pionier Bohlsener Muehle gibt bei der Exkursion des CSM Alumni eV einen Einblick ins Tagesgeschäft.

Bohlsen ist einer der ganz alten Mühlenstandorte in Niedersachsen. Die Mühle ist heute neben dem Handel mit Mühlenprodukten auch mit eigenen Backwerk und Lebensmittelprodukten unternehmerisch erfolgreich. Die urkundlich bestätigte Geschichte der Wassermühle reicht zurück bis ins 13. Jahrhundert. Heute erfolgt die Verarbeitung von Bio-Getreiden sowohl über sehr alte Mühlen als auch über computergesteuerte Geräte. Die Bohlsener Mühle ist seit 1979 ein Bio-Betrieb mit „ökologischer Grundhaltung, höchsten qualitativen Ansprüchen und nicht zuletzt dem Willen einer kontinuierlichen Verbesserung aller Leistungen und Prozesse“.

„Bei der mehrstündigen Exkursion erhielten wir bei einer geführten Besichtigung Einblicke in das Bio-Pionier-Unternehmen Bohlsener Mühle. Nachhaltigkeitsmanager Philip Luthardt und  Unternehmenssprecherin Anette Makus, sowie deren Kollegen aus der Mühle und Produktion präsentierten uns verschiedene Bereiche des Betriebs, wie Mühle oder Backstraße. Sie berichteten über die besonderen Beziehungen des Unternehmens zu den Landwirten und weiteren Akteuren aus der Bio-Branche.“

Ursula Weber (Vorstandsvorsitzende CSM Alumni e.V.)

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Die Besichtigung kann beginnen – MBA-Studierende und Absolventen werden durch die Mühlen- und Backstraßen geführt.

Die Veranstaltung wurde organisiert durch den Lüneburger Stammtisch des Alumni e.V. und setzt die lose Reihe von Betriebsbesichtigungen fort die der Verein zu wechselnden Themen rund ums Nachhaltigkeitsmanagement organisiert. Die Führung und der Austausch mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern war also eine gute Gelegenheit hinter die Kulissen moderner Bio-Lebensmittelerzeugung zu blicken. Und das schöne an so einem Ausflug – es gibt nicht nur tolle Fakten und viel Hintergrundwissen, zwischendurch gab es auch eine Stärkung aus der schmackhaften Bio-Kantine des Unternehmens.

Bio-Strategie rettete das Unternehmen vor dem Untergang

 „Für mich war bei dem Besuch besonders interessant, dass die Entscheidung zu BIO Ende der 1970er Jahre das Unternehmen vor dem Ruin gerettet hat – obwohl dies zu dieser Zeit noch kein flächendeckender Trend war, sondern eher lokale Wurzeln hatte, wodurch dann auch der Beschaffungs- und Absatzmarkt dort in der Region entwickelt werden konnten.“

Ina Reinders (MBA-Absolventin)

Das Unternehmen ist spezialisiert auf die Verarbeitung und Veredelung von Bio-Getreide. Aus den eigenen Mehlen werden auch Backwaren und Kekse sowie Cracker produziert. Mit Sitz in Bohlsen bei Uelzen beschäftigt die Firma heute um die 240 Mitarbeiter und gehört zu den bekanntesten Herstellern der Naturkostbranche.

2015 erhielt Bohlsener Mühle den Deutschen Nachhaltigkeitspreis

Das CSM hat damals darüber berichtet:

https://www.sustainament.de/2015/12/deutscher-nachhaltigkeitspreis-2015-vergeben/

MBA-Absolventin im Nachhaltigkeitsmanagement gewinnt Forschungspreis

Mit ihrer Masterarbeit zum Thema bio-zertifizierte Agrarprodukte in Burkina Faso überzeugte sie die Fachjury: MBA-Absolventin Irina Voß bekam im Rahmen der Biofach-Messe in Nürnberg den Forschungspreis Bio-Lebensmittelwirtschaft für die beste Masterarbeit verliehen. Die Arbeit entstand im Rahmen ihres Studiums im MBA Sustainability Management am Centre for Sustainability Management (CSM) der Leuphana Universität Lüneburg.

Die Preisverleihung des Forschungspreises der Bio-Lebensmittelwirtschaft fand Ende Februar im Rahmen der weltweit größten Fachmesse für Biolebensmittel auf der Biofach in Nürnberg statt.  Der in diesem Jahr mit 8.000 Euro dotierte Forschungspreis wurde zum vierten Mal verliehen, und zwar in den Kategorien Bachelor-Arbeit und Master-Arbeit. Die insgesamt Preisträgerinnen untersuchten dabei Fragen, wie:

  • Kann der Ökolandbau die Welt retten?
  • Wie wird Gemeinschaftsverpflegung nachhaltiger
  • Welche Transaktionsprobleme von Bio-Lebensmitteln gibt es im internationalen Markt?

Die Ergebnisse, so Petra Wolf von der Messe Biofach, die zusammen mit der Assoziation ökologischer Lebensmittelhersteller (AöL) sowie der Lebensbaum-Stiftung und der Schweisfurth-Stiftung Träger des von zahlreichen Sponsoren unterstützen Preises ist, belege, dass das Thema Nachwuchs wichtiger denn je sei. „Nur so kommt die Branche weiter“, meinte auch Dr. Franz Ehrnsperger von Neumarkter Lammsbräu, „denn sonst droht das Ganze in die Beliebigkeit abzurutschen“.

Eine Einordnung der besonderen Leistungen  der Masterarbeit aus Sicht des Nachhaltigkeitsmanagements nahm Dr. Dorli Harms vor, die als Studiengangkoordinatorin die Laudatio zur Auszeichnung hielt.

Ein Blick in die ausgezeichnete Masterarbeit

Transaktionen im internationalen Markt näher zu beleuchten, hatte sich Irina Voß mit ihrer Masterarbeit zur Aufgabe gemacht. Die Studentin hat selbst einen engen Bezug zu ihrem Beispielland Burkina Faso, an dem sie untersucht, auf welche Weise die internationale Vermarktung bio-zertifizierter Agrarprodukte nach Europa durch Kleinbetriebe organisiert und koordiniert werden kann. Außerdem ging sie der Frage nach, welche institutionellen Arrangements Transaktionsprobleme in Burkina Faso begrenzen können. Durch persönliche Interviews vor Ort wurde deutlich, dass aus Sicht der Produzenten Probleme vor allem durch Marktlösungen und die Reduzierung von Abhängigkeit gelöst werden. Zudem sollte eine langfristige Beziehung zwischen burkinischem Produzenten und europäischem Importeur angestrebt werden.

Weitere Informationen:
Preisträgerinnen Forschungspreis Bio-Lebensmittelwirtschaft 2017
Website Forschungspreis Bio-Lebensmittelwirtschaft

Hinweis: Der Text basiert auf einer Meldung der Organisatoren des Forschungspreises Bio-Lebensmittelwirtschaft

Foto: Nuernberg Messe/Thomas Geiger

Lesetipp: Ländersache Nachhaltigkeit – nachhaltige Entwicklung und Bundesländer

Wegen ihrer Zuständigkeit für wichtige Politikfelder spielen die Bundesländer bei der Umsetzung der 2030-Agenda in und durch Deutschland eine zentrale Rolle. Das Global Policy Forum hat nun ein Arbeitspapier zur Thematik veröffentlicht

Ganz im Sinne der im September 2015 in New York verabschiedeten Nachhaltigkeitsagenda sind davon prinzipiell alle Sektoren betroffen, von der Sozial- über die Landwirtschafts-, Bildungs- und Umweltpolitik bis hin zur Wirtschafts- und Industriepolitik.

Auswirkung auf die Nachhaltigkeitsstrategien der Akteure

Dabei gilt, dass es weniger ein Problem sein dürfte, innerhalb der Nachhaltigkeitsstrategien der Länder auf Diskurse aus dem wirtschafts-, sozial- oder umweltpolitischen Bereich zu rekurrieren. Vielmehr wird es darum gehen müssen, den Leitgedanken des Konzepts „Nachhaltigkeit“ auch dort Geltung zu verschaffen, wo sie bislang nur eine untergeordnete Rolle spielen, oder es offenkundige Zielkonflikte gibt. Das gilt beispielsweise für die wirtschafts- und industriepolitischen Strategien einzelner Bundesländer.

Das vorliegende Arbeitspapier gibt eine Übersicht über die Strategien und Strukturen, die die Bundesländer unter den Stichworten „Nachhaltigkeit“ und „Entwicklungszusammenarbeit“ bislang geschaffen haben.

Ländersache Nachhaltigkeit
Die Umsetzung der 2030-Agenda für nachhaltige Entwicklung durch die Bundesländer

Autor: Uwe Kerkow
Herausgeber: Global Policy Forum Europe
Bonn, Januar 2017
48 Seiten

Zum Download des Berichts hier (pdf, 1 MB)

Hinweis: Der Text basiert auf der Meldung des Herausgebers

Praxistest für Nachhaltigkeitsmanager: Abschlussworkshop bei Konica Minolta gestartet

Konica_Minolta

Nach der intensiven und vielschichtigen Auseinandersetzung mit den wesentlichen Themen zu Nachhaltigkeitsmanagement und Corporate Social Responsibility (CSR) ist ein jährlicher Höhepunkt des Studienganges „MBA Sustainability Management“  der  Abschlussworkshop. In dieser Februarwoche stellen jetzt sich 20 Studierende der Praxisprüfung ihres MBA-Studiums beim IT-Unternehmen Konica Minolta.

Fachwissen und Praxistest für angehende Nachhaltigkeitsmanager/innen

Nun wird es real: Für eine Woche beweisen 20 Studierenden des MBA-Abschlussjahrgangs 2017 bei der Konica Minolta GmbH in Hannover ihr Wissen und Können in der Praxis. Dabei werden alle inhaltlichen Themen wie Forschung & Entwicklung, Einkauf, Marketing, Vertrieb und Kommunikation, selbstverständlich unter dem Blickpunkt „Nachhaltige Unternehmensführung“ betrachtet! Eine echte Herausforderung sind die Begleitumstände dieses intensiven Praxisszenarios im MBA-Studiengang Sustainability Management: Es werden daher immer auch die Teamprozesse reflektiert und natürlich ‚business ready‘ das Präsentieren der erabeiteten Konzepte vorbereitet.

Ziel: Nachhaltigkeit in die unternehmerischen Praxis umzusetzen

Der Abschlussworkshop ist des Herzstück der praxisbezogenen Nachhaltigkeitsmanagement-Ausbildung am Centre for Sustainability Management (CSM). Dort gilt es die Konzepte, Methoden und Fachdiskurse aus den Fach- und Grundlagenmodulen des MBA-Studiums in einem echten und also realen unternehmerischen Szenario anzuwenden. Die Studierenden haben 75 Prozent ihres Studium absolviert – mit dem Praxisworkshop steht vor der Masterarbeit die erste ‚Feuertaufe‘ auf dem Lehrplan.

Jedes Jahr werden andere Branchen bzw. Unternehmen für diese anspruchsovolle Lehrformat als Kooperationspartner gewonnen. Im MBA Sustainability Management waren neben großen Unternehmen wie Konica Minolta, Rewe, Ikea, Lufthansa oder Voith auch immer wieder kleinere Unternehmen oder  Nachhaltigkeitspioniere wie Werkhaus oder Bionade Partner für diesen anspruchsvollen Teil des Studium

Konica Minolta berichtet an verschiedenen Stelle über die CSR- und Nachhaltigkeitsaktivitäten

Konica Minolta Business Solutions Europe GmbH, based in Langenhagen, Germany, is a wholly-owned subsidiary of Konica Minolta Inc., Tokyo, Japan, forming part of its Business Technologies business area. As a leading global services provider in the field of IT and document processes as well as digital production printing solutions, the company excels in services-led business consulting, implementation and management and provides a range of world-leading printing systems and solutions. Konica Minolta Business Solutions Europe is represented by subsidiaries and distributors in more than 70 countries in Europe, Central Asia, the Middle East and Africa. With over 33,000 employees around the world (as of March 2015), Konica Minolta’s Business Technologies business area earned net sales of over EUR 5.8 billion in financial year 2014/15.

Unternehmerische Nachhaltigkeit: VOITH Praxisspartner für Managementausbildung am CSM

Das passt zusammen: Nachhaltigkeitsmanager bei Stecksystem-Unternehmen Werkhaus

Konzernatlas 2017: Fusionswelle in Agrar- und Ernährungsindustrie

Wie entwickelt sich die globale Lebensmittelindustrie? Dieser Frage geht der Konzernatlas 2017 nach. Auf knapp 60 Seiten werden wesentliche Trends ausgemacht. Das Fazit der Autoren: Immer weniger Konzerne bestimmen weltweit über einen immer höheren Anteil der Lebens­mittel­erzeugung und Ernährung. Im Wesentlichen zum Nachteil von Kleinbäuerinnen und -bauern, sowie einer regionalen Lebensmittelversorgung.

Abbildung 1: Quelle Konzernatlas 2017

Abbildung 1: Quelle Konzernatlas 2017

Der jetzt vorgestellte „Konzernatlas 2017“ ist eine Zusammenstellung von Fakten und Grafiken zur Agrarindustrie. Die Herausgeber (Heinrich-Böll-Stiftung, Rosa-Luxemburg-Stiftung, Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Oxfam Deutschland, Germanwatch und Le Monde Diplomatique) warnen davor, dass die laufenden Konzentrationsprozesse im Agrarsektor die 2015 beschlossenen Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen gefährden und fordern stärkere Kontrolle im Agrar- und Ernährungsbereich.

Fünf der zwölf kapitalintensivsten Übernahmen börsennotierter Konzerne in 2015 und 2016 fanden  im Agrar- und Ernährungsbereich statt. Inzwischen kontrollieren lediglich vier Großkonzerne rund 70 Prozent des Welthandels mit Agrarrohstoffen. Drei Konzerne dominieren 50 Prozent des Weltmarkts für Landtechnik.

Diese Entwicklung geschieht auch im landesweiten Maßstab: In Deutschland decken vier Supermarktketten 85 Prozent des Lebensmitteleinzelhandels ab. Die Herausgeber folgern entsprechend: Die wachsende Marktmacht einiger weniger Großunternehmen gefährde eine bäuerliche, sozial und ökologisch ausgerichtete Landwirtschaft.

Download-Website  – Verfügbar als PDF oder epub

Hinweis: Der Text basiert auf einer Meldung zur Publikation