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Klimaschutz-Index: Hat die globale Energiewende begonnen?

Die Nichtregierungsorganisation Germanwatch hat jetzt ihren aktuellen Klimaschutz-Index für dieses Jahr veröffentlicht. Und titelt: Die globale Energiewende hat begonnen. Schwellenländer holen beim Umbau zu emissionsarmer Wirtschaft auf, wohingegen der Schwung in Europa nachlässt. Das gelte auch für Deutschland. Früherer Index-Vorreiter Deutschland setzt Abwärtstrend fort und kein Land der Erde tut genug für das globale Zwei-Grad-Ziel.

logoDas Klimaabkommen von Paris hat Erneuerbaren Energien und Energieeffizienz weltweit Rückenwind gegeben. Auch der heute vorgestellte Klimaschutz-Index 2017 von Germanwatch verzeichnet einen stabilen Aufwärtstrend. Insgesamt verlaufe die weltweite Energiewende aber noch zu langsam, um ihren Beitrag zu den Pariser Klimazielen zu leisten, warnt die Umwelt- und Entwicklungsorganisation. Die Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten könnte in den USA den notwendigen Umbau verlangsamen oder gar abbremsen.

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Verkehrssektor: Umweltschädliche Subventionen auf Rekordniveau

Das Umweltbundesamt (UBA) rät zu einem deutlich schnelleren Abbau umweltschädlicher Subventionen: Den größten Anteil haben seit Jahren die umweltschädlichen Subventionen im Verkehrssektor. Im Jahr 2012 betrugen sie 28 Milliarden Euro.

Das behindert Investitionen in saubere Technik“, sagte UBA-Präsidentin Maria Krautzberger. „Alle umweltschädlichen Subventionen müssen auf den Prüfstand und sollten möglichst bis 2025 auslaufen. Das freiwerdende Geld könnte genutzt werden, um in den Klimaschutz zu investieren und um die Mobilität fit für die Zukunft zu machen“, sagte Krautzberger während der Vorstellung des Jahresberichts „Schwerpunkte 2016“ der Behörde in Berlin.

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Eine der Folgen umweltschädlicher Subventionen ist die Luftverschmutzung durch Dieselfahrzeuge in den Innenstädten. Dieselfahrzeuge zahlen pro Liter Kraftstoff 18,4 Cent weniger als Benzin und sind daher entsprechend populär. Den Staat kostet diese Subventionierung mittlerweile 7,8 Milliarden Euro pro Jahr. Zum Vergleich: Die Förderung für Elektromobilität beträgt knapp eine Milliarde – aber bis 2020.

Umweltschädliche Subventionen auch sozial ungerecht

Viele umweltschädliche Subventionen sind daneben auch sozial ungerecht. Ein Beispiel ist das Dienstwagenprivileg, das der Staat mit rund drei Milliarden Euro pro Jahr subventioniert. Dienstwagen kommen praktisch nur gut verdienenden Einkommensgruppen zu Gute. Das UBA schlägt ein umfassendes Controlling vor, das alle Subventionen auf den Prüfstand stellt und auf ihre Umweltwirkungen hin überprüft.

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Beipiel moderner urbaner Mobilitätkonzepte: Beim Roten Kreuz in Hamburg gibt es eine Fahrradstaffel

Alternative Mobilitätskonzepte gefordert

Maria Krautzberger: „Selbst der sauberste und modernste Diesel wird immer noch sechsmal mehr Stickoxide ausstoßen als ein heutiger Benziner. Anstatt Unsummen in die veraltete Diesel-Technik zu stecken, sollten wir viel stärker in eine moderne Mobilität investieren: In eine Förderung von Fahrrad- und Fußverkehr, in emissionsfreie Autos und in Busse und Bahnen.“ Auch die bislang dünne Infrastruktur für Elektromobilität könnte mit den Mitteln ausgebaut werden.

Hinweis: Der Text und die Abbildung basieren auf einer Pressemeldung des UBA

Absolventen im Nachhaltigkeitsmanagement feiern ihren MBA-Abschluss

Jedes Jahr im September ist man am Centre for Sustainability Management (CSM) in höchster Feierstimmung. Mit großen Feierlichkeiten begehen dann die Absolventen im Nachhaltigkeitsmanagement den Abschluss ihres MBA-Studiums. In diesem Jahr haben 35 Absolventinnen und Absolventen erfolgreich ihr Nachhaltigkeitsmanagement-Studium abgeschlossen und führen nun den internationalen MBA-Titel.

Namhafte Persönlichkeiten und Vertreter/innen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft feierten den diesjährigen Absolventenjahrgang im MBA Sustainability Management der Leuphana Universität Lüneburg. Aus ganz Deutschland reisten die Absolventen, deren Freunde und Familien und die Ehrengäste an. 35 Absolventinnen und Absolventen schlossen 2016 erfolgreich ihr Nachhaltigkeitsmanagementstudium ab und sind von nun an ‚diplomierte‘ Nachhaltigkeitsmanagerinnen und -manager.

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Auch 2016 eine tolle Kulisse: Der historische Platz am Glockenhaus, kurz bevor Studiengangsleiter Stefan Schaltegger den Countdown zum Hutwurf startet.

In Lüneburgs historischer Innenstadt feierten insgesamt 140 Gäste die erfolgreichen Absolventen. Einen traditionellen Höhepunkt der Festlichkeiten bildet der Hutwurf: Vor dem altehrwürdigen Glockenhaus der Hansestadt Lüneburg versammeln sich alle MBA-Absolventen und werfen als Zeichen der gemeinsam bestandenen und gemeisterten Studienzeit ihre MBA-Hüte in die Luft. Im Anschluss an den Festakt wurde der Tag mit einem Galadinner begangen. In seiner Dinner-Speech richtete Professor Claus Dierksmeier vom Weltethos-Institut der Universität Tübingen einen hochaktuelle Impuls zu seinem Konzept von qualitativer Freiheit an die Absolventen.

Auch 2016 kommen Absolventen im MBA Sustainability Management aus ganz Deutschland.

Auch 2016 stammen Absolventen im MBA Sustainability Management kommen aus ganz Deutschland.

Award für Masterarbeiten im Nachhaltigkeitsmanagement

Die Abschlussarbeiten decken auch in diesem Jahr die gesamte Bandbreite des Nachhaltigkeitsmanagements ab. In den Masterarbeiten wurden Themen wie Ressourceneffizienz, Entrenpreneurship-Forschung, Nachhaltigkeitsmanagement und -controlling oder auch Fragen sozialer Nachhaltigkeit behandelt.

Der Alumniverein im MBA Sustainability Management, der CSM-Alumni e.V. verlieh im Rahmen der Absolventenfeier den Master-Thesis-Award für die folgenden Arbeiten:

  • Nachhaltigkeit als Chance zur Steigerung des Mitarbeiterengagements für berufserfahrene technische Fachkräfte und Young Potentials
  • Controlling unternehmerischer Nachhaltigkeit – Aktuelle Herausforderungen aus controllingorientierter Perspektive

Zur feierlichen Titelübergabe im Lüneburger Glockenhaus zeigte sich Nachhaltigkeitswissenschaftler Professor Stefan Schaltegger von den Leistungen der Absolventen beeindruckt. Die Übergabe der MBA-Urkunden war außerdem Anlass für ein mehrtägiges Konferenzprogramm zum Nachhaltigkeitsmanagement. Bei den sogenannten „Home-Coming-Days“ tagten vom 17. bis 18. September 2016 zahlreiche Nachhaltigkeitsmanagement-Expertinnen und -experten sowie Vertreter der unternehmerischen Nachhaltigkeit aus ganz Deutschland in Lüneburg.

Das gesamte Centre for Sustainability Management (CSM) und das MBA-Team beglückwünschen den Absolventenjahrgang 2016 und wünschen viel Erfolg und alles Gute für den weiteren Werdegang im Sinne unternehmerischer Nachhaltigkeit! 

Masterarbeitsthemen des Abschlussjahrgangs 2016 im MBA Sustainability Management

Die Lehrenden und das MBA-Team werden immer wieder von Interessenten und Studierenden zu den Masterarbeiten im MBA Sustainability Management befragt. Finden Sie hier eine Übersicht über die Masterarbeitsthemen der MBA-Absovlenten in diesem Jahr:

  • Analyse zur Anwendung von Open Innovation in der Windenergiebranche
  • Betrieblichen Arbeitsschutz: Framework für das Sozio-Controlling von Unternehmen
  • Braunkohletrocknungstechnologie im Spannungsfeld der deutschen Energiewende
  • Der Effekt von externen Interventionen auf die Motivation von Lieferanten zur Verbesserung der Nachhaltigkeitsperformance
  • Der EFQM Excellence-Ansatz: Ein zweckmäßiger Managementansatz für eine nachhaltige Unternehmensausrichtung im Bankensektor?
  • Die Bewertung der gesellschaftlichen Wertschöpfungsbeiträge von Sozialunternehmen anhand der SROI-Methode
  • Die Rolle nachhaltigkeitsorientierter Kommunikation: ein Fallbeispiel
  • Die Rolle von nachhaltigen Projekt Governance Systemen für verbessertes Stakeholder Engagement in institutionell schwachen Umfeldern
  • Die Übertragbarkeit von nachhaltigen Erfolgsfaktoren von Energiegenossenschaften auf mittelgroße Energieversorger
  • Ecodesign: Ein anwendungsorientiertes Beispiel
  • Ein Beitrag zur nachhaltigen Unternehmensentwicklung mittels Sustainability Balanced Scorecard am Beispiel einer kommunalen Klinik
  • Ent-Anonymisierung im Finanzierungsgeschäft: Wirkungspotential und mögliche Dienstleistungsprofile
  • Förderung von ‘Cleaner Production’ durch den Einsatz von Materialflusskostenrechnung und stoffstrombasierten Simulationsszenarien
  • Frühphase von nachhaltigkeitsorientierten Innovationen bei Zulieferunternehmen
  • Gestaltung eines strukturierten Vorgehens zur Analyse lokaler Wasserrisiken
  • Green Film Shooting: Handlungsfelder und Erfolgsfaktoren nachhaltiger Filmproduktionen in Deutschland
  • Inklusion als Möglichkeit des Sozialen Nachhaltigkeitsmanagements
  • Krankenhäuser auf dem Weg zu mehr Wettbewerbsfähigkeit durch unternehmerisches Nachhaltigkeitsmanagement
  • Nachhaltige Entwicklung durch trisektorale Kooperationen
  • Nachhaltige Verpflegung im Tourismus
  • Nachhaltiger Markteintritt im Sektor der Abfallwirtschaft in aufstrebenden Megastädten
  • Nachhaltiges Markenmanagement im Business-to-Business-Bereich. Potentiale zur Stärkung einer nachhaltigen Markenidentität durch Social-Entrepreneurship-Ansätze
  • Nachhaltigkeitsbezogene Wettbewerbsvorteile durch Nutzung interner Ressourcen
  • Nachhaltigkeitsmanagement in deutschen Kleinstädten – Fördernde und hemmende Faktoren bei der Umsetzung eines integrativen Nachhaltigkeitsmanagements
  • Stakeholder Management in Windkraftprojekten
  • Strategische Handlungsoptionen: Nutzung von Chancen der nachhaltigen Produktentwicklung
  • Strategische Positionierung in der Photovoltaikbranche
  • Strategische Unternehmenskommunikation für regionale Energieberatungsorganisationen
  • Studie zur Ressourceneffizienz in produzierenden Unternehmen in der Schweiz
  • Vermarktung bio-zertifizierter Agrarprodukte aus Burkina Faso: Absatzkanäle und institutionelle Arrangements zwischen Produzenten und ihren Abnehmern
  • Von Big-Data zu Sustainable-Data? Management gesellschaftlicher Risiken bei datenbasierten nachhaltigkeitsorientierten Innovationen

Bis 30. September für den kommenden Jahrgang bewerben

Der MBA Sustainability Management richtet sich an engagierte Persönlichkeiten, die einen Karrieresprung anstreben und diesen Schritt fachlich fundiert mit Nachhaltigkeit und Nachhaltigkeitsmanagementthemen verbinden möchten. Im deutlichen Gegensatz zu eher konventionellen MBA-Programmen und MBA-Konzepten konzentriert man sich im Nachhaltigkeitsmanagementstudiengang über alle betriebswirtschaftlichen Themen hinweg immer auf die Frage, wie eine nachhaltigkeitsorientierte Unternehmensentwicklung erfolgen kann? Die Lösungswege:

  • ein klarer Praxisbezug durch Fallstudien, Planspiele und Unternehmensworkshops;
  • die Analyse von Nachhaltigkeitspionierleistungen;
  • sowie die mehrstufige Vermittlung von Führungskompetenzen und Tranformations-Know-how.

Das Fernstudium (Blended-Learning-Ansatz mit einelnen Präsenzen) kann berufsbegleitend in Teilzeit oder auch in Vollzeit absolviert werden. Der MBA-Abschluss entspricht den gängigen Guidelines ist bis 2021 akkreditiert und ist international anerkannt. Jedes Jahr werden 50 Studienplätze vergeben

Jetzt bewerben: Bewerbungsschluss für den MBA Sustainability Management am 30. September 2016

Der MBA Sustainability Management vereint seit 2003 die Vermittlung von Fachkenntnissen und Soft Skills mit Themen des Nachhaltigkeitsmanagements. Er wird vom Centre for Sustainability Management (CSM) im Rahmen der Professional School angeboten, in der die Weiterbildungsangebote der Leuphana Universität Lüneburg angesiedelt sind. Das berufsbegleitende MBA-Fernstudium ist der weltweit erste universitäre MBA zu Nachhaltigkeitsmanagement und Corporate Social Responsibility (CSR). Das Studium richtet sich an Personen, die einen Karrieresprung anstreben und nachhaltige Entwicklung auf unternehmerischen Wege in ihren jeweiligen Berufsfeldern vorantreiben möchten.

Informationen & Beratung zum Studiengang MBA Sustainability Management

Centre for Sustainability Management
Leuphana Universität Lüneburg
Fon: +49(0) 4131.677-2235
E-Mail: info@sustainament.de
Web: www.leuphana.de/csm

Internationale Studie: Deutsche Konsummuffel bei ethischen Produkten

Über einen Zeitraum von 5 Jahren wurden weltweit Konsumenten nach ihren Entscheidungmotiven befragt. Ein Ergebnis: Im internationalen Vergleich orientieren sich deutsche Konsumenten deutlich seltener an ethischen Kriterien bei ihren Kaufentscheidungen.

Ein Ergebnis der Studie „The Future of Consumer Demand“, die im Auftrag von HSBC erstellt wurde: Lediglich 41 Prozent der deutschen Befragten gibt an, beim Kauf von Waren und Dienstleistungen auf ethische Prinzipien zu achten. Die Deutschen lägen damit weit abgeschlagen hinter den Konsumenten aus 15 anderen Länder. Von den Briten lassen sich immerhin 51 Prozent und von den Australiern und Franzosen jeweils 58 Prozent von ethischen Überlegungen leiten. Spitzenreiter ist Mexiko, wo ethische Kriterien für 82 Prozent der Befragten maßgeblich sind. Deutlich wichtiger ist den Deutschen (59 Prozent) der Kauf von Markenprodukten.

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Zwischen 2011 und 2015 hat die Unternehmensberatung über 90.000 Konsumenten in 16 Ländern befragt. Über diese deskriptiven Daten hinaus treffen die Autoren keine Aussage zu den Gründen für die ermittelten Fakten.

Weitere Einzelheiten entnehmen Sie bitte der Studie „The Future of Consumer Demand“ und dem zugehörigen Länderreport für Deutschland.

  • The Future of Consumer Demand (PDF)
  • Länderreport für Deutschland (PDF)

Hinweis: Der Text basiert auf einer Meldung der Studien-Initiatoren

Debatte: Heben SDGs Nachhaltigkeitsmanagement auf neue Ebene?

Seit Anfang diese Jahres gelten bis 2030 die Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen. Die SDGs lösen damit die UN-Milleniumsziele ab und sollen in die nationalen Entwicklungs- und Nachhaltigkeitsprogramme eingehen. Für Deutschland ist die Einbeziehungen in die Neufassung der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie bereits formuliert – Aber was machen die Unternehmen?

Nachhaltigkeit geht alle Nationen an

Die Sustainable Development Goals richten sich jedoch nicht nur an Regierungen, sondern auch an Unternehmen und Bürger. Jede/r ist eingeladen, sich direkt an der Umsetzung der Ziele zu beteiligen. Damit heben sich die Ziele in zweifacher Hinsicht von den Milleniumszielen ab.

Schwellen- und Entwicklungsländer liegen nicht mehr im alleinigen Fokus – Nachhaltigkeit geht alle Nationen an. Als Akteure werden nicht nur Regierungen angesprochen. Insb. die gewichtige Rolle von Unternehmen bei der Umsetzung von Nachhaltigkeitszielen wird stärker anerkannt.

Viele Unternehmen bekennen sich zu Sustainable Development Goals

Das Echo von Unternehmen zeigt, dass diese Botschaft angekommen ist. während die Milleniumsziele in der Programmatik des Nachhaltigkeitsmanagements in der Vergangenheit wenn überhaupt dann nur eine untergeordnete Rolle spielte, bekennen sich neuerdings viele Unternehmen ausdrücklich zu den SDGs und informieren öffentlichkeitswirksam über ihren Beitrag zum Erreichen einzelner genannter Ziele.

Beispielhaft hierfür stehen Beiträge auf den Websites von Bayer, BASF und SAP. Übrigens sind diese drei auch genau jene DAX-30-Konzerne, die ihren Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht bereits nach dem Integrated-Reporting-Framework vereinigen.

Akzeptanz mit Konsultationsprozess vs. Cherry-Picking?

Bemerkenswert an den neuen Ziele ist auch, dass sie eigentlich keine Wünsche offen lassen. Die Anzahl der Oberziele (17) und Unterziele (169) wirkt vielmehr äußerst umfassend und ambitioniert. Nichts scheint übersehen worden zu sein, was global wünschenswert auf das Gemeinwohl einzahlt. Darin spiegelt sich ein umfassender Konsultationsprozess wider. Auch viele NGOs wurden im Vorfeld hierzu befragt und sind offenbar alle gleichermaßen erhört worden.

Gerade deshalb werden die SDGs jedoch auch kritisiert. Das allgemeine „Wünsch-Dir-was“ lässt klare Prioritäten vermissen. Mögliche Trade-Offs, Konflikte und Synergien zwischen einzelnen Zielen werden zu wenig beachtet.

Verlocken die SDGs zur „PR des Rosinen-Rauspickens“?

Für Unternehmen eröffnet der umfassende Zielkatalog hingegen die Gelegenheit zum „Cherry-Picking“. Weil niemand verlangen kann, dass sich ein Unternehmen für alle genannten Ziele gleichzeitig einsetzt, bleibt es jedem Unternehmen offen, sich jene Ziel rauszusuchen, die ohnehin gut in die eigene Landschaft passen und mit denen man sich hier gut ins rechte Licht rücken kann. Gut auf den Punkt gebracht wird diese Kritik zum Beispiel im IASS-Working-Paper „Wie viel Entpolitisierung vertragen die SDGs? – PDF (1,3 Mb)

Auf der anderen Seite kündigen einige Unternehmen auch an (z.B. Commerzbank oder BMW), sich bei der zukünftigen Schwerpunktsetzung im Nachhaltigkeitsmanagement umfassend an den SDGs zu orientieren, indem diese Ziele systematisch in die Wesentlichkeitsanalyse (z.B. via GRI-Materiality-Matrix) einbezogen werden sollen.

Welche Einschätzung teilen Sie, wenn Sie sich die Websites der genannten Unternehmen ansehen? Verlocken die SDGs zu „billiger PR des Rosinen-Rauspickens“ oder sind die SDGs geeignet, das Nachhaltigkeitsmanagement auf eine neue umfassendere Stufe zu stellen?

Dr. Holger Petersen
Tel.: +49-(0)-4131.677-2234
holger.petersen@uni.leuphana.de


Hinweis: Dieser Beitrag basiert auf einem Text der im Rahmen eines Lehr-Moduls zum Nachhaltigkeitsmanagement enstanden ist. Die Diskussion ist Teil einer typischen Auseinandersetzung bei Fragestellungen zu Nachhaltigkeitsstandards und unternehmerischen Initiativen zur Nachhaltigkeit.

Erfolgreicher Start für Smartphone-Projekt: Innovationsverbund Nachhaltige Smartphones am CSM der Leuphana Universität

Am Centre for Sustainability Management (CSM) wurde ein neues Transferprojekt gestartet: Es bringt Wissenschaftler/innen, Hersteller und Akteure entlang der Smartphone-Wertschöpfungskette zusammen und analysiert die Nachhaltigkeitspotenziale der Produkte.

Logo_ecoinnovate_itBereits seit einiger Zeit werden vielfältige Ansätze diskutiert, wie die IKT-Branche nachhaltiger werden kann. Wegen der weltweiten Verbreitung, millionenfacher Verkaufszahlen und IKT-typischen kurzen Lebenszyklen rücken insbesondere Smartphones besonders in den Blick. Diese Technologie und der Umgang mit ihr muss dringend für mehr Nachhaltigkeit verändert werden!

Smartphones aus Sicht des Nachhaltigkeitsmanagements

Ende Juni begrüßte Professor Stefan Schaltegger, Institutsleiter des CSM, die 20 Teilnehmenden aus Wirtschaft und Wissenschaft zum Auftaktworkshop des ‚Innovationsverbunds Nachhaltige Smartphones‘ am Centre for Sustainability Management der Leuphana Universität Lüneburg. Er führte aus der Perspektive des Nachhaltigkeitsmanagements in die Veranstaltung zu Nachhaltigen Design und Lieferketten ein.

Professor Erik Hansen (Institut für Integrierte Qualitätsgestaltung, Johannes Kepler Universität Linz und Gastprofessor an der Leuphana Universität Lüneburg) sprach über Innovationspotenziale mobiler Endgeräte in der Circular Economy. Das Ziel der Circular Economy ist es u.a. den notwendigen Energieaufwand in der Produktionsphase durch einen höheren Anteil an Arbeitskraft zu ersetzen. Dafür müssen die Kreisläufe auf mehreren Ebenen geschlossen werden, was Prof. Hansen am Beispiel des Circular Loops Modell der Ellen MacArthur Foundation vorstellte. Die Circular Economy bietet daher Lösungsansätze für die Herausforderungen der Branche, wie z.B. Ressourcenknappheit.

Nachhaltigkeit: Multi-Stakeholder-Initiative zur Smartphone-Technologie

Luis Neves von der Global e-Sustainability Initiative (GeSI) berichtete über die Arbeit dieser Multi-Stakeholder-Initiative mit über 40 Mitgliedern aus der IKT Branche. Er sprach über soziale und ökologische Herausforderungen in der Lieferkette und stellte die von der GeSI entwickelten Werkzeuge und Bewertungsmöglichkeiten von Umwelt- und Sozialleistungen in der Lieferkette vor.

Neue Wege für Produktion und Vertrieb von Smartphones

Carsten Waldeck führte in sein Unternehmen Shift GmbH ein und berichtete über alternative Wege in der Produktion und dem Vertrieb von Smartphones. Die Shiftphones werden über Crowd-Funding Kampagnen finanziert und ausschließlich im Direktvertrieb über die eigene Website angeboten. Nächste Ziel: Shift möchte den Wandel in der digitalen Gesellschaft begleiten und künftig eigene Produktionsstätten in China und Deutschland eröffnen.

Ökologische Perspektive bereits beim Design beachten

Am Nachmittag erarbeiteten die Teilnehmenden in Kreativ-Sessions Chancen und Handlungsfelder durch nachhaltiges Design und Lieferketten. Dabei bezogen sie sich auch auf das von Ab Stevels, ein ebenfalls teilnehmender Professor der TU Delft, vorgestellte Eco-Design Strategy Wheel. Stevels betonte, dass die ökologische Perspektive bereits in der Designphase erste Priorität haben sollte und beim Design von Produkten sowie Wertschöpfungsketten Kooperation ein wichtiges Werkzeug sei.

Vision für den „Service-Point-of-the-Future“.

Der erste Workshop der Veranstaltungs-Reihe endete mit der Entwicklung einer gemeinsamen Roadmap und Vision für den „Service-Point-of-the-Future“. In weiteren drei Veranstaltungen werden die Akteure (u.a. Zulieferer und Hersteller für Smartphones sowie Recycling-Unternehmen) gemeinsam mit Wissenschaftlern an Lösungen zu den Nachhaltigkeitsherausforderungen der Branche arbeiten.

Informationen zum Projekt und Kontakt

Die nächste Veranstaltung des „Innovationsverbund Nachhaltige Smartphones“ findet am 2. Dezember 2016 statt zum Thema: „Vom Gerät zur Lösung: Produkt-Service-Systeme als Basis nachhaltiger Nutzungssystems“.

Interessierte Vertreterinnen und Vertreter aus der Wirtschaft sind herzlich Willkommen!

Im Transferprojekt ‚Innovationsverbund Nachhaltige Smartphones‘ entwickeln Akteure aus Industrie und Wissenschaft gemeinsam Wertschöpfungsarchitekturen für den nachhaltigen Konsum mobiler Endgeräte. Interessierte Unternehmen aus der IKT-Branche insbesondere der Smartphone-Wertschöpfungskette sind herzlich eingeladen.

Weitere Details finden Sie auch im Flyer zur Veranstaltung

Das Vorhaben ist eingebettet in den Forschungsverbund ‚eCoInnovate IT‘ gemeinsam mit den Universitäten Osnabrück und Oldenburg. Weitere Informationen erhalten Sie bei:

Ursula Weber
Wissenschaftliche Mitarbeiterin

E-Mail: ursula.weber@leuphana.de
Telefon: 04131/677-2249

Wandel der Automobilklubs: Pannenhilfe mit E-Bike

Jetzt auch in Deutschland:  Nach dem österreichischen Mobilklub (ÖAMTC), der bereits seit einem Jahr ein vergleichbares Projekt betreibt, hat sich nun auch der ADAC entschieden, umweltfreundlichere E-Bikes für die großstädtische Pannenhilfe zu nutzen. In Berlin startet jetzt das erste deutsche Pilotprojekt.

Im Stau belasteten innerstädtischen Verkehr will der ADAC ab sofort in einem Pilotprojekt des Regionalvereins ADAC Berlin-Brandenburg prüfen, ob man mit E-Bikes schneller agieren kann. Deshalb setzt der Automobilclub seit Juni 2016 zwei radelnde Pannenhelfer in der Hauptstadt Berlin ein. Die Mechaniker sind ab sofort im Zentrum mit Werkstatt-Anhänger und E-Bike unterwegs.

Projektbaustein der neuen Nachhaltigkeitsstrategie?

Bereits vor einem Jahr wurde in Wien vom ÖAMTC ein vergleichbares Projekt gestartet und auf Rückfrage gab es vom ADAC im Sommer 2015 noch die Einschätzung, dass eine sinnvolle Pannenhilfe mit einem Pedelec oder E-Bike in Deutschland nicht möglich erscheine. Als Hauptgrund wurde die Zuladung von Werkstattausrüstung genannt.

Ein Jahr später hat man sich nun entschlossen, ein eigenes Projekt zu starten: „Neben dem Zeitgewinn sind wir auch daran interessiert, unsere Einsätze so nachhaltig und umweltfreundlich wie möglich zu gestalten und die klassischen Fahrzeuge auf lange Sicht nur dort einzusetzen, wo sie noch unverzichtbar sind“, erklärt Joachim Kosack als Vorstand Zuständig für Technik im ADAC Berlin-Brandenburg. Vielleicht also das Projekt das erste gut sichtbare Zeichen einer neuen Nachhaltigkeitsstrategie und eines Wandels bei Deutschlands mitgliederstärksten Verein?

Viele Reperaturen auch mit E-Bike-Pannenhilfe kein Problem

Die klassischen Hilferufe nach Fahrzeugöffnungen oder Starthilfe sind für die Gelben Engel auf zwei Rädern kein Problem. Und auch Radfahrer mit kleineren Pannen werden nicht am Rand stehen gelassen. Lediglich Kfz-Reparaturen an Achsen, Bremsen und Rädern oder Batteriewechsel sind eingeschränkt möglich, zu schwer und sperrig ist das entsprechende Material für den Fahrradanhänger. Die Elektrofahrräder verfügen über einen auf die Bedürfnisse der ADAC Pannenhilfe entwickelten Anhänger und können bis zu 70 Kilogramm Werkzeug aufnehmen. Mit dieser Ausstattung könnten die Mitarbeiter auf den E-Bikes etwa 75 Prozent aller Pannensituationen  beheben so Verantwortliche beim ADAC Berlin-Brandenburg, der das Projekt initiiert hat.

Einsatzsaison: Frühsommer bis Oktober

Bis Oktober pendelt das E-Bike-Duo zu Einsätzen zwischen Kurfürstendamm, Siegessäule und dem Brandenburger Tor sowie zwischen Hermannplatz, Karl-Marx-Straße und Sonnenallee, (alle Berlin) dann wird ausgewertet. Die Verantwortlichen beim ADAC geben sich vorsichtig optimistisch: „Wenn sich die Idee, den Mitgliedern noch schnellere Hilfe zu leisten, bewährt, können wir uns durchaus vorstellen, weitere Kollegen per E-Bike in den Einsatz zu schicken“, sagt Holger Beiersdorf (Bereichsleiter ADAC Pannenhilfe Berlin-Brandenburg).

https://www.sustainament.de/2015/06/gelber-engel-kommt-mit-e-bike/

Hinweis: Der Text basiert auf einer Meldung des ADAC
Credits des Hauptfotos: Daniel Tolksdorf /ADAC-BBR

Forschungsmeldung Nachhaltigkeitsmanagement: Unternehmen ist Akzeptanz wichtiger als Profit

Ge­sell­schaft­li­che Ak­zep­tanz ist für die Nach­hal­tig­keits­ak­ti­vitäten von großen Un­ter­neh­men wich­ti­ger als die Aus­sicht auf mehr Ge­winn. Auch die Mit­ar­bei­ter­mo­ti­va­ti­on spielt beim Nach­hal­tig­keits­ma­nage­ment eine größere Rol­le als der Pro­fit.

Hoerisch, JacobDies ist eine Er­geb­nis ei­ner in­ter­na­tio­na­len Stu­die der Pro­fes­so­ren Ste­fan Schal­teg­ger (Leu­pha­na Uni­ver­sität Lüne­burg, linke Foto) und Ja­cob Hörisch (Ala­nus Hoch­schu­le, 2. v.l.).

Expertenpanel: Nachhaltigkeitsmanager in über 400 Unternehmen befragt

Be­fragt wur­den dazu Nach­hal­tig­keits­ma­na­ger der um­satzstärks­ten Un­ter­neh­men in zehn aus­gewähl­ten In­dus­tri­eländern in Eu­ro­pa, Nord­ame­ri­ka und Asi­en. Ins­ge­samt 432 Un­ter­neh­men be­tei­lig­ten sich an der Un­ter­su­chung.

„Die Stu­die räumt mit der gängi­gen Mei­nung auf, dass Un­ter­neh­men sich nur dann für Um­welt und So­zia­les en­ga­gie­ren, wenn sich dies für sie rech­net. Da­ge­gen zeigt un­se­re Stu­die erst­mals: Haupt­an­triebs­kraft beim The­ma Nach­hal­tig­keit ist die Le­gi­ti­mitätsori­en­tie­rung“,

sagt Schal­teg­ger, Lei­ter des Cen­tres for Sustaina­bi­li­ty Ma­nage­ment (CSM) an der Leu­pha­na Universität. Den meis­ten Un­ter­neh­men gehe es vor al­lem um ge­sell­schaft­li­che An­er­ken­nung. Außer­dem wird En­ga­ge­ment für Nach­hal­tig­keit als ein Si­gnal nach in­nen ge­se­hen. Dafür spre­che die große Be­deu­tung, die der Ver­bes­se­rung der Mit­ar­bei­ter­mo­ti­va­ti­on durch kon­se­quen­tes Nach­hal­tig­keits­ma­nage­ment bei­ge­mes­sen wer­de, so Schal­teg­ger.

Unternehmersiche Nachhaltigkeit: Starke Legitimationsorientierung

Gründe für die Le­gi­ti­mitätsori­en­tie­rung der Un­ter­neh­men se­hen die Au­to­ren un­ter an­de­rem im Ein­fluss ex­ter­ner Sta­ke­hol­der. Von Me­di­en oder nicht­staat­li­chen Or­ga­ni­sa­tio­nen, die stark in der Öffent­lich­keit ver­an­kert sind, wird das The­ma Nach­hal­tig­keit ak­ti­ver un­terstützt als zum Bei­spiel von Ban­ken, Ra­ting­agen­tu­ren oder An­teils­eig­nern. Dies spie­gelt sich auch in der or­ga­ni­sa­to­ri­schen und per­so­nel­len Ver­ant­wor­tung. PR-, Kom­mu­ni­ka­ti­ons- und Rechts­ab­tei­lun­gen ha­ben we­sent­lich häufi­ger mit Fra­gen des Nach­hal­tig­keits­ma­nage­ments zu tun als Fi­nan­zie­rung, Rech­nungs­we­sen oder Con­trol­ling.

Blick auf öffentliche Wirkung

Auch bei der Um­set­zung von Maßnah­men agiert die Mehr­heit der Un­ter­neh­men vor al­lem mit Blick auf ihre öffent­li­che Wahr­neh­mung. Zu den am häufigs­ten ver­wen­de­ten In­stru­men­ten gehören Nach­hal­tig­keits- und So­zi­al­be­rich­te, so­zia­les oder kul­tu­rel­les Spon­so­ring, Cor­po­ra­te Ci­ti­zenship und Sta­ke­hol­der­di­alo­ge. Deut­lich da­hin­ter ran­gie­ren In­stru­men­te wie Öko-Ef­fi­zi­enz-Ana­ly­se, Ma­te­ri­al­fluss- oder Um­welt­kos­ten­rech­nung, die hel­fen könn­ten, dass Nach­hal­tig­keits­ak­ti­vitäten zum Ge­winn bei­tra­gen.

Kaum Erfolgskontrolle fürs Nachhaltigkeitsmanagement

Al­ler­dings: Ver­fah­ren zur Mes­sung des Er­folgs von Nach­hal­tig­keits­ma­nage­ment spie­len in den Un­ter­neh­men durch­weg eine un­ter­ge­ord­ne­te Rol­le. Am häufigs­ten wer­den die Kos­ten der Maßnah­men ge­mes­sen, ge­folgt von den  Fort­schrit­ten bei der Mit­ar­bei­ter­mo­ti­va­ti­on und der Un­ter­neh­mens­re­pu­ta­ti­on. Zu­sam­men­fas­send wer­den Nach­hal­tig­keits­maßnah­men mit ei­nem vor­ge­ge­be­nen Bud­get, des­sen Kos­ten ge­mes­sen wer­den, vor al­lem getätigt, um die ge­sell­schaft­li­che Ak­zep­tanz des Un­ter­neh­mens zu si­chern. Das Vor­ur­teil, dass Un­ter­neh­men sich nur dann für Um­welt und So­zia­les en­ga­gie­ren, wenn sich dies für sie rech­net, ist em­pi­risch nicht zu hal­ten. Ob es zum Ge­winn beiträgt oder nicht, weiß kaum ein Un­ter­neh­men.

Publikation:

Schaltegger, Stefan; Hörisch, Jacob (2015). „In Search of the Dominant Rationale in Sustainability Management: Legitimacy- or Profit-Seeking?”, in: Journal of Business Ethics (DOI: 10.1007/210551-015-2854-3) .

Kontakt:

Prof. Dr. Stefan Schaltegger
Centre for Sustainability Management / Leuphana Universität
Scharnhorststr. 1
21335 Lüneburg
Fon: +49.4131.677-2180
schaltegger@uni.leuphana.de

Hinweis: Der Beitrag basiert auf einer Veröffentlichung der Leuphana Universität, und wurde im Nachhaltigkeitsmanagement-Blog bereits auf Englichers publiziert.

Sustainability management: Legitimacy is more important than profit for large companies

It is commonly believed that companies are only committed to environmental and social issues if this contributes to increase their profits. A new study now shows that this stereotype is not true at least for large companies in developed countries. The driving force behind sustainability management activities of large companies is mainly the pursuit of social acceptance.

Conversely, profit maximisation plays a subordinate role. This counterintuitive result of a broad empirical study has recently been published in the Journal of Business Ethics by Prof. Dr. Stefan Schaltegger (Leuphana University of Lüneburg) and Prof. Dr. Jacob Hörisch (Alanus University) (DOI: 10.1007 / 210551-015-2854-3).

Survey of largest companies in industrial countries

The study is based on a survey of 432 of the largest companies in ten industrial countries in Europe, North America and Asia. Sustainability managers were asked about the aims, actors, methods and effects of the company’s sustainability management activities. The survey results are clear: A legitimacy-oriented perspective is prevalent not only in the aims, but also in the organisational implementation and the application of sustainability management measures. By contrast, objectives and practices following a more profit-driven logic of action were regarded as less important by the majority of respondents.

Already for developing sustainability management goals, the pursuit of social recognition plays a greater role than the profit motive. This may be because the impact from legitimacy-oriented players such as media or NGOs on corporate sustainability activities is perceived to be much higher, than that of financially focussed external stakeholders such as banks, credit rating agencies or shareholders.

Legitimacy is more important than profit maximisation

A similar picture emerges from the choice of sustainability activities. For the majority of businesses, legitimacy-driven measures, such as improving employee motivation and the reputation of the company are more important than profit maximisation and cost reduction. This is also reflected in the organisational and personnel anchoring within the company: PR and communication departments, as well as legal departments are much more frequently entrusted with tasks of sustainability management than finance, accounting and controlling.

Even with the implementation of measures, the majority of businesses are driven by legitimacy concerns. The sustainability management methods most commonly applied include the publishing of sustainability reports, social and cultural sponsoring, corporate citizenship and stakeholder dialogues. Profit-oriented tools such as eco-efficiency analyses, material flow cost accounting or environmental management accounting are applied significantly less often.

Companies don’t know the economic effects of their sustainability management

A more varied picture emerges when analysing how the success of sustainability activities is defined and what is measured. While the costs of sustainability management are measured most often this measure is closely followed by measuring employee motivation and reputation. As a whole, measuring success in sustainability management plays a rather subordinate role and is not done in a systematic manner in most large companies. Overall sustainability management is implemented with a given budget, for which the costs are measured, in order to secure corporate legitimacy. The stereotype that companies only engage for environmental and social issues if this increases their profits cannot be empirically supported. Most companies do not even know what the economic effects of their sustainability management are.

„With our analysis, which is based on a broad survey of sustainability management practices, we were able for the first time to empirically show that legitimacy orientation plays an important role not only for the goals of large companies, but is also reflected in the implementation of the actual sustainability management activities“ says Dr. Stefan Schaltegger. „Not only the visibility of sustainability activities is important for large companies, but also the internal perspective. Many companies lay great importance to the improvement of employee motivation.“

Text based upon offical press release

Schaltegger, Stefan; Hörisch, Jacob (2015). „In Search of the Dominant Rationale in Sustainability Management: Legitimacy- or Profit-Seeking?“, in: Journal of Business Ethics (DOI: 10.1007/210551-015-2854-3).

Contact:
Prof. Dr. Stefan Schaltegger
Leuphana University of Lüneburg
Centre for Sustainability Management (CSM)
Phone: +49.4131.677-2180
Email: schaltegger@uni.leuphana.de

Green Skills – Interview: Die deutsche Energiewende, eine Lokomotive für den Arbeitsmarkt

Joachim Kreye ist Unternehmer und studierte neben seiner beruflichen Tätigkeit den MBA Sustainability Management an der Leuphana Universität Lüneburg. Im Interview berichtet Kreye von wichtigen Erfahrungen, neuen Projekten und wie bei ihm Nachhaltigkeit zum beruflichen Thema geworden ist. Ein Fazit: Windkraft und Solarenergie haben heute bereits ein Vielfaches an Arbeitsplätzen geschaffen, als in der Kernenergie und Kohleindustrie wegfallen können. Weiterlesen