MBA Sustainability Management

Lutz Aufzüge: Vom MBA-Workshop zum ersten Nachhaltigkeitsbericht

Lisa Bauer, Nachhaltigkeitsmanagerin bei Lutz Aufzüge und Workshoppartnerin des MBA Sustainability Management

Vor zwei Jahren öffnete Lutz Aufzüge seine Türen für MBA-Studierende des Centre for Sustainability Management (CSM): Im Rahmen des Abschlussworkshops erarbeiteten 29 Studierende des MBA Sustainability Management konkrete Nachhaltigkeitskonzepte für das Familienunternehmen – von der Elektrifizierung des Fuhrparks bis hin zu Ansätzen für zirkuläre Produktentwicklung. Jetzt hat Lutz Aufzüge seinen ersten Nachhaltigkeitsbericht veröffentlicht – und das ist für uns der willkommene Anlass, nachzufragen: Was hat den Weg vom Workshop in die Praxis gefunden?

Lisa Bauer, Leitung Qualität und Nachhaltigkeit bei Lutz Aufzüge, hat 2024 den Workshop begleitet und jetzt unsere Fragen beantwortet:

Vor zwei Jahren haben MBA-Studierende des CSM im Abschlussworkshop Nachhaltigkeitskonzepte für Lutz Aufzüge erarbeitet. Was davon hat den Weg in Ihren ersten Nachhaltigkeitsbericht gefunden?

Besonders das Thema Elektrifizierung unseres Fuhrparks hat bei uns sofort Anklang gefunden und ist heute ein zentraler Bestandteil unseres Nachhaltigkeitsberichts. Gleichzeitig ist der Bericht selbst die konsequente Weiterentwicklung unserer Nachhaltigkeitskommunikation. Er macht transparent, welche Maßnahmen wir bereits umgesetzt haben und welche Ziele wir uns für die Zukunft gesetzt haben.

Insgesamt würde ich hier gerne zwei Ebenen auseinanderhalten: die Umsetzung der Workshop-Ergebnisse im Unternehmensalltag und ihre Darstellung im Nachhaltigkeitsbericht. Wenn die Studierenden beispielsweise empfohlen haben, auf Social Media aktiver zum Thema zu kommunizieren, dann haben wir das getan – aber im Bericht taucht das nicht noch einmal gesondert auf. Der Bericht ist kein Spiegel aller Aktivitäten, sondern eine strukturierte Bestandsaufnahme des Geschäftsjahres 2025.

Andere Themen und Vorschläge aus dem Workshop, etwa zu nachhaltigem Lieferkettenmanagement und Zirkularität, beschäftigen uns weiterhin. Für den Bericht 2026 habe ich schon jetzt eine lange Liste mit Notizen. Der Workshop hat also Spuren hinterlassen, manche davon sieht man sofort, andere brauchen etwas länger und finden sich eher im Bereich mittelfristiger Ziele wieder.

Was war der schwierigste Schritt zwischen der konzeptionellen Arbeit im Workshop und der konkreten Umsetzung im Unternehmen?

Der Workshop fand naturgemäß auf einer strategischen Ebene statt. Die eigentliche Herausforderung bestand anschließend darin, die entwickelten Ideen in den Unternehmensalltag zu überführen und alle Beteiligten auf diesem Weg mitzunehmen.
Gerade im Bereich der Nachhaltigkeitskommunikation konnten wir jedoch bereits große Fortschritte erzielen: Rund ein Drittel der erarbeiteten Vorschläge haben wir bereits umgesetzt. Dazu zählen beispielsweise die stärkere Integration von Nachhaltigkeitsthemen in den Lutzianer, unsere Social-Media-Kanäle sowie unsere Website.

Andere Themen – etwa im Bereich der Produktentwicklung – benötigen aufgrund ihrer Komplexität mehr Zeit. Hier ist es uns wichtig, die von den Studierenden entwickelten Maßnahmen sorgfältig mit unseren internen Möglichkeiten und Ressourcen abzustimmen, um nachhaltige und tragfähige Lösungen zu entwickeln.

Nachhaltigkeit im Unternehmen zu verankern bedeutet auch, intern zu überzeugen. Wie haben Sie Kolleginnen und Kollegen für das Thema gewonnen?

Ein großer Vorteil bei Lutz Aufzüge ist, dass unsere Geschäftsführung die Bedeutung von Nachhaltigkeit schon früh erkannt hat und das Thema von Anfang an aktiv unterstützt hat. Diese Rückendeckung ist ein entscheidender Erfolgsfaktor. Gleichzeitig war auch die Belegschaft neuen Ideen gegenüber sehr aufgeschlossen. Viele Maßnahmen bieten schließlich nicht nur Vorteile für das Unternehmen, sondern auch für die Mitarbeitenden selbst – beispielsweise die Möglichkeit, ein Elektrofahrzeug als Firmenwagen zu nutzen.

Was sind die nächsten konkreten Schritte, die Lutz Aufzüge jetzt angehen will?

Auch im Jahr 2026 haben wir bereits zahlreiche weitere Maßnahmen auf den Weg gebracht. Gemeinsam mit einer Arbeitsgruppe aus Betriebsrat, Kundendienst, Geschäftsführung, Personal und Fuhrpark haben wir die Elektrifizierung unserer Fahrzeugflotte weiter vorangetrieben. Damit wollen wir sowohl unsere Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen reduzieren als auch die Attraktivität unserer Fahrzeugflotte für unsere Mitarbeitenden erhöhen.

Gleichzeitig legen wir einen starken Fokus auf die soziale Nachhaltigkeit. So haben wir einen Gesundheitskatalog eingeführt, der insbesondere das Thema psychische Gesundheit und das Wohlbefinden unserer Mitarbeitenden stärker in den Mittelpunkt rückt.

Was haben Sie auf dem Weg zum ersten Nachhaltigkeitsbericht gelernt und was würden Sie einem Unternehmen mitgeben, das gerade am Anfang steht?

Eine der größten Herausforderungen besteht darin, die notwendigen Kennzahlen und Nachweise für bereits umgesetzte Maßnahmen zusammenzutragen. Das bedeutet oft zusätzlichen Aufwand für verschiedene Fachabteilungen. Deshalb ist es wichtig, frühzeitig zu kommunizieren, warum diese Daten benötigt werden, und alle Beteiligten auf dem Weg mitzunehmen. Nachhaltigkeit gelingt am besten, wenn sie als gemeinsames Projekt verstanden wird.

Vielen Dank für die Einblicke, Lisa Bauer.

Links zum Weiterlesen
Nachhaltigkeitsbericht Lutz Aufzüge
MBA Sustainability Management
Rückblick auf den MBA-Abschlussworkshop bei Lutz Aufzüge