42 Absolventinnen haben den MBA Sustainability Management 2026 erfolgreich abgeschlossen. Bei den diesjährigen Home Coming Days kamen 150 Teilnehmende auf dem Campus der Leuphana zusammen, um zwei Tage zu netzwerken, zu diskutieren und zu feiern. Im Mittelpunkt stand die Frage: Welche Mythen und Narrative prägen unser Denken über Nachhaltigkeit – und welche halten einer genaueren Betrachtung stand?
Moderiertes Netzwerken als Auftakt
Den Auftakt bildete in diesem Jahr kein Fachvortrag, sondern moderiertes Netzwerken. Denn bei den Home Coming Days treffen Studierende und Absolvent*innen aus 23 Jahrgängen aufeinander – ein Schatz, den es zu heben gilt. Gezielte Impulsfragen sorgten dafür, dass neue Gespräche entstanden (Danke, Tim Weinert).
„Auch wenn Nachhaltigkeit von einigen Agenden gestrichen wurde, lasst uns weitermachen. Lasst uns an unserer kleinen Untergrundrevolution arbeiten – und zwar mit dem, was wir hier im Raum haben: den Menschen.“
Britta Seidl-Bowe (Moderation)





Premiere: Live-Podcast statt klassischer Keynote
Auch im Konferenzformat wagte das Planungsteam etwas Neues. Statt einer klassischen Keynote gab es eine besondere Premiere: Marie-Sophie Wilde, Alumna des MBA Sustainability Management und Host des Podcasts The Greener Business, holte Studiengangsgründer Prof. Dr. Stefan Schaltegger nach einem kurzen Impuls live auf der Bühne ins Gespräch – zum Konferenzthema „Unsere neue Realität – Mythos Nachhaltigkeit“.
Welche Mythen und Narrative prägen unser Denken und wer profitiert von ihnen? Und wie können wir Narrative nutzen, um nachhaltige Entwicklung voranzubringen? Der Live-Podcast ist zum Nachhören hier verfügbar: Spotify / Apple Podcasts
„Die entscheidende Frage ist nicht einfach: Wie werden wir all die destruktiven Mythen los? Sondern: Was für Narrative wollen wir erzählen und wie können wir positive Narrative schaffen, die nachhaltige Entwicklung stützen?“
Stefan Schaltegger

Mythen entlarven – Impulse aus Forschung und Praxis
Nachhaltigkeit ist ein komplexes Thema und daher ein besonderer Nährboden für Mythen. Welche Narrative prägen die Debatten – und was ist dran? Entlang von drei Themenbereichen räumten Expert*innen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft mit weit verbreiteten Mythen auf: Julia Pantel (CIRCULAR REPUBLIC) und Joshua Edding (Dräger) zu Circular Economy, Prof. Dr. Matthias Glaubrecht (Universität Hamburg) und Claudia Kister (Bankenverband) zu Biodiversität, Philippe Diaz (Die Bürokratiemonster), Ellen Weiland (BAUM e.V.) und Henning Osmers-Rentzsch (VILSA) zu Regulierung und Reporting. Hier eine kleine Auswahl an Stimmen:
„Zirkuläres Wirtschaften ist nicht defensiv oder reaktiv, sondern sollte proaktiv und zukunftsorientiert gesehen werden – im Sinne des Geschäftspotentials, das darin steckt, und als Treiber für neue Arten der Wertschöpfung.“
Julia Pantel
„Das Problem ist nicht die Langlebigkeit des Produktes, sondern das Geschäftsmodell.“
Joshua Edding
„Klima ist nicht der Treiber der Artenverluste, sondern Landnutzungsänderungen. (…) Wie gehen wir intelligenter mit Flächen und Ressourcen um?“
Matthias Glaubrecht
„Biodiversität ist für die gesamte Wirtschaft von Bedeutung. (…) Was sind meine direkten und meine indirekten Abhängigkeiten von Natur und Ökosystemleistungen?“
Claudia Kister
„CSRD ist kein Projekt, sondern ein Prozess, den wir auch brauchen. (…) Was sagen uns die Daten und was müssen wir im Unternehmen ändern?“
Ellen Weiland
„Regulierung wird von bestimmen Stakeholdern getrieben. (…) Gibt es wirklich einen Bürokratieabbau oder gibt es einen Bürokratieumbau?“
Philippe Diaz
„Wir sollten multiple Krisen auch als multiple Chancen begreifen.“
Hennig Osmers-Rentzsch







Workshops am Samstag: Nicht lauschen, sondern machen.
Der Samstag stand im Zeichen des gemeinsamen Lernens: Dominic Ziegler, Marco Doninger, Simon Daum und Sonja Rezaii teilten ihr Wissen in vier Alumni-Workshops – von zirkulärer Transformation über nachhaltige Geschäftsmodelle bis hin zu Biodiversität in Unternehmen und Karrierewegen im Nachhaltigkeitsmanagement. Parallel startete eine neue Gruppe ins Peer-Mentoring 2026.




Und am Samstagnachmittag wurde es dann feierlich…
Herzlichen Glückwunsch! – CSM verabschiedet 42 Absolvent*innen
Studiengangsleiter Prof. Dr. Stefan Schaltegger gratulierte den diesjährigen MBA-Absolvent*innen zum erfolgreichen Abschluss:
„Das ist ein Moment, glücklich zu sein. Darf man überhaupt glücklich sein in der heutigen Zeit? In diesem Umfeld? Bei diesem Gegenwind? Bei den Krisen?“
Seine kurze Antwort: Ja. Denn um wirksam zu sein, dürfe und müsse man sich inneres Glücklichsein oder zumindest innere Zufriedenheit erlauben. Nur wer zuversichtlich sei und Energie habe, könne positive Wirkung erzielen. Und dass der MBA Sustainability Management, dabei hilft, zeige die Reputation des Studiengangs:
„Ihr als Absolventinnen und Absolventen seid dafür bekannt, Lösungen für bisher als ausweglos betrachtete Probleme zu finden. (…) Und zwar, indem ihr konfligierende Stakeholder konstruktiv zusammenzuführt und sowohl für die eigene Organisation als auch für das Umfeld und die Welt einen echten Mehrwert schafft.“
Die Nachhaltigkeitstransformation benötige gerade jetzt Ermöglicher*innen:
„Nehmt die Herausforderungen an und wachst mit den Herausforderungen. Wer es sich in einer unbequemen Zeit – und in der sind wir unwidersprochen –, bequem macht, geht unter.“




Dass es aktuell nicht bequem sei, betonte auch MBA-Alumnus Martin Vogl von der AUDI AG, der in seinem Grußwort in der Rolle als Workshoppartner sprach. Er gab tiefe Einblicke in die Umsetzung der durch die Studierenden vorgeschlagenen Nachhaltigkeitskonzepte und zugleich in die „knallharte“ Realität in der Automobilindustrie, die von Kostendruck geprägt sei:
„Gleichzeitig lässt sich das Thema Nachhaltigkeit auch nicht wegdiskutieren. Die planetaren Grenzen sind da, der Sommer war außergewöhnlich heiß, es gab Waldbrände, (…) Es ist augenscheinlich, dass es nicht normal läuft.“
„Um in dieser für Unsicherheit und Herausforderung geprägten Realität handlungsfähig zu bleiben, braucht es meiner Meinung nach mindestens zwei Dinge: Erstens persönliche Resilienz und zweitens hartnäckigen Optimismus.“
Beides hätten die Studierenden im Praxisworkshop bei Audi mitgebracht und Ergebnisse mit hoher unternehmerischer Relevanz erarbeitet.
Auf dem Weg zu bleiben, wenn andere Nachhaltigkeit belächeln, ignorieren oder ablehnen, dafür brauchte es Mut. Mut war das zentrale Motiv von Andrea Dahm und Annette Malmann in ihrer gemeinsamen Absolvent*innenrede auf. Das M in Mut stehe für die Mitte:
„Mut bedeutet, für das einzustehen, woran wir glauben. Unseren Leidenschaften zu folgen und nach unseren Werten zu handeln. Auch dann, wenn Gegenwind aufkommt oder wir Gefahr laufen zu scheitern.“
Andrea Dahm und Annette Malmann, Absolvent*innenjahrgang 2026
Das U für die Umsicht und die Unterstützung und das T für Tatendrang. Das Bild wurde im Raum sichtbar – durch einen gemeinsamen Schritt nach vorn.
„Denn ein besseres Morgen entsteht nicht durch Absichten. Es entsteht durch Menschen, die beherzt den ersten Schritt gehen. Lasst uns deshalb mutig bleiben.“
Andrea Dahm und Annette Malmann, Absolvent*innenjahrgang 2026




Herausragende Masterarbeit zu zirkulärem Wirtschaften ausgezeichnet
Den Master Thesis-Award des CSM-Alumni e.V., der jährlich für besonders innovative und praxisrelevante Abschlussarbeiten vergeben wird, erhielt in diesem Jahr Wiebke Jacobsen. Ihre Arbeit trägt den Titel „Zirkuläres Management von Freileitungen: Barrieren, Erfolgsfaktoren und Handlungsempfehlungen für die deutsche Übertragungsinfrastruktur.“ Ein Thema, das komplex klinge, aber „der Game-Changer der Elektro-Wende“ sein könne, so Britta Seidl-Bowe aus dem Vorstand des CSM-Alumni e.V. in ihrer Laudatio. Ihre Arbeit zeigt, dass Zirkularität bereits mit der Planung von Stromnetzen beginnt und welches Potential darin steckt, diese modular aufzusetzen und reparierbar zu gestalten. Britta Seidl-Bowe und Prof. Stefan Schaltegger übergaben Wiebke Jacobsen den Preis.



Auf die feierliche Urkundenübergabe folgte der traditionelle Hutwurf. 33 Hüte flogen vor dem Zentralgebäude und markierten den Beginn eines langen Abends: Die diesjährigen Absolvent*innen wurden ausgiebig gefeiert.






Save the Date: Die nächsten HCD finden am 10. und 11. September 2027 statt.
Das CSM dankt allen Teilnehmenden und Referent*innen der Fachkonferenz für die spannenden Diskussionen, Britta Seidl-Bowe für die tolle Moderation und dem CSM-Alumni e.V. für die gemeinsame Organisation. Herzlichen Dank an Martin Vogl von AUDI für den Impuls aus der Praxis sowie an Andrea Dahm und Annette Malmann für die Absolvent*innenrede.
Managen für morgen. Netzwerken für übermorgen.
Rund 1.000 Studierende und Alumni, Lehrende, Praxis- und Kooperationspartner*innen bilden inzwischen das größte universitäre Netzwerk zum Thema Nachhaltigkeitsmanagement – ihr Zuhause ist das CSM der Leuphana Universität Lüneburg. Studieninteressierte können sich für den kommenden Studienstart des MBA Sustainability Management im Frühjahr 2027 online bewerben.
Text: Anna Michalski I Fotos: Anna Lorscheider (Titelverleihung), Anna Michalski (Fachkonferenz & Workshops)


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