Die diesjährige Studienreise führte für den CSM-Alumni e.V. vom 18. bis 21.06.2026 nach Düsseldorf und Neuss und ließ mit Nachhaltigkeitsblick nicht nur bildhaft die Brücken über den Rhein schlagen. Organisiert von Ralf Resch, Nadine Pörschke und Dorli Harms umfasste das Programm getreu dem Motto “Panta Rhein – Alles am und im Fluss“ eine breite Themenvielfalt entlang des Rheins. Gleichzeitig war es wieder ein herzliches Zusammenkommen von Mitgliedern des Alumni-Vereins aus dem gesamten Bundesgebiet.
Ein Rückblick von Dorli Harms und Ullrike Hamer
Auftakt im Düsseldorfer Viertel „Little Tokyo“
Der Auftakt war am Donnerstag im Düsseldorfer Viertel „Little Tokyo“. Wir sind nicht nur in die Internationalität der Stadt eingetaucht, sondern haben auch viel über die (historische) Entwicklung des Viertels und dessen wirtschaftliche Entwicklung erfahren. So hat Düsseldorf bundesweit die größte japanische Gemeinschaft, die meisten japanischen Unternehmenssitze, und es wurde hier z.B. der erste japanische Buchladen Europas eröffnet.

Wo das Trinkwasser herkommt
Am Freitagmorgen fanden wir uns am nördlichsten Punkt unserer Studienreise ein und begannen den Tag mit einer sehr informativen Führung durch das Wasserwerk „Am Staad“ der Stadtwerke Düsseldorf. So erfuhren wir, wie dort Rohwasser aus dem Rhein, der direkt neben dem Wasserwerk fließt, zusammen mit Grundwasser zu Trinkwasser aufbereitet wird. Dieses Wasserwerk ist einer von drei Standorten der Düsseldorfer Trinkwasserversorgung.

Hochwasserschutz am Rhein und im Umland
Danach ging es zur Bezirksregierung Düsseldorf, wo sich Ricarda Nees und Michael Durak vom Dezernat “Wasserwirtschaft – einschließlich anlagenbezogener Umweltschutz“ dem Thema „Hochwasserschutz im Kontext von Klimawandel und Klimaanpassung für Gemeinden und Gesellschaft“ widmeten. In ihrem fachkundigen Vortrag erfuhren wir nicht nur mehr über die Aufgaben des Dezernats zur Vorbeugung von Schäden an Menschen und Infrastruktur, sondern auch konkreter etwas über den Hochwasserschutz am Rhein sowie kleinerer Flüsse, sogenannter Gewässer 1. und 2. Ordnung. Bei einem großen Fluss wie dem Rhein sind z.B. Planung und Erhaltung von Deichen und Hochwasserschutzanlagen von wichtiger Bedeutung. Hochwasserstände lassen sich aufgrund der Größe des Flusses einige Zeit im Voraus vorhersagen. Bei den kleineren Gewässern sind hingegen kurze Reaktionszeit und Warnung im Falle eines lokal auftretenden Starkregenereignis wichtiger, um am jeweiligen Ort schnell (re)agieren zu können.

Projekt „Zukunft Rhein“ des Klimadiskurs.NRW
Am Nachmittag wurde es dann interaktiv. So organisierte Laura Schauff, Referentin für Klima- und Energiepolitik beim Klimadiskurs.NRW, für uns einen Workshop zum Projekt „Zukunft Rhein“. Dieses Projekt zum Thema Klimaanpassungsstrategien am Beispiel des Rheins, gefördert durch die Stiftung Mercator, wurde im letzten Jahr abgeschlossen, und wir konnten uns in unserem Workshop intensiver mit einzelnen Teilaspekten befassen. Im vorgestellten Projekt ging es z. B. um wichtige Strategien, die Folgen des Klimawandels und wie diesen gemeinschaftlich begegnet werden kann. In unserem Workshop haben wir uns dann konkreter mit der Bedeutung und den Folgen von Niedrigwasser befasst und diskutiert, für welche Akteure, wie Binnenschiffer, Unternehmen, Anrainer und Naturschutzgruppen, dies relevant sein kann und wie unterschiedliche Interessen berücksichtigt werden können.
Zwei Monate später, im August, konnten wir dann alle die praktischen Auswirkungen eines extremen Niedrigwassers am Rhein beobachten.
Besonders interessant am Workshop war für uns, mehr über den Verein KlimaDiskurs.NRW zu erfahren. Ziel des Vereins ist es, den Klimaschutz voranzubringen und gleichzeitig den Wirtschafts- und Industriestandort Nordrhein-Westfalen zu stärken. Der KlimaDiskurs.NRW arbeitet an der Schnittstelle zwischen wissenschaftlicher Analyse und diskursiver Konfliktbewältigung. Dabei geht es unter anderem darum, Konfliktpotenziale frühzeitig zu erkennen, partizipative Lösungsansätze zu entwickeln und zwischen unterschiedlichen Akteuren bei der Gestaltung von Transformationsprozessen zu vermitteln. Auch die Räumlichkeiten des Nido Workspace erwiesen sich als idealer Ort für unseren Workshop. Die angenehme Atmosphäre bot den passenden Rahmen für einen offenen und konstruktiven Austausch.


Der Abend im Medienhafen
Danach ging es für uns weiter Richtung Medienhafen, wo u. a. der Landtag und die drei berühmten Gehry-Bauten zu finden sind. Zunächst haben wir dort im Lokal Sattgrün, Deutschlands erster rein veganer Restaurantkette, und gegründet in Düsseldorf, zu Abend gegessen. Anschließend ging es weiter durch das Viertel. Dabei war zudem ein kleines Düsseldorf-Quiz mit verschiedenen Schätzfragen: Wer mit seiner oder ihrer Antwort am nächsten an der richtigen Lösung lag, bekam – ganz rheinländisch – „Kamelle“. Die abschließende Bonusfrage lautete schließlich: Wie ist die Uhr am Rheinturm, dem Düsseldorfer Fernsehturm, zu lesen? Die Auflösung gibt es hier.



Zum Tagesausklang ging es für uns schließlich auf den besagtem Rheinturm. Von dort aus hat man einen herrlichen Rundumblick – sei es Richtung Innenstadt oder über den Rhein nach Neuss, wo wir dann am nächsten Tag sein würden.


In Neuss auf historischen Spuren
Der Samstag führte uns auf die westliche Rheinseite nach Neuss, also ins Linksrheinische. Bei einer Stadtführung lernten wir nicht nur etwas über die römischen Wurzeln und die späteren historischen Entwicklungen der Stadt, sondern erfuhren auch mehr über Neusser Persönlichkeiten wie bspw. Rita Süßmuth. In der Neusser Innenstadt boten die mit Blumen geschmückten Straßen bereits einen kleinen Vorgeschmack auf die diesjährige Landesgartenschau NRW – quasi eine Einladung, direkt einmal vorbeizuschauen. Dazu später mehr.
Bei alledem konnten wir immer wieder auch der rheinischen Mundart lauschen. Der Ausdruck „Et hätt noch emmer joot jejange.“ („Es ist bisher noch immer gut gegangen.“ oder im übertragenen Sinne: Was gestern gut gegangen ist, wird auch morgen funktionieren.) ist beispielsweise Artikel 3 der insgesamt zwölf Artikel des “rheinischen Grundgesetzes”.


Im Anschluss an den Rundgang durch die Stadt erhielten wir während einer Bustour mit Rachid Hamdaoui, Assistent der Geschäftsführung der Neuss-Düsseldorfer Häfen GmbH & Co. KG, spannende Einblicke in das weitläufige Hafengebiet. Durch die direkte Anbindung an den Rhein als größte europäische Wasserstraße sowie an das gut ausgebaute Schienen- und Straßennetz in NRW sind die Häfen ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt für die gesamte Region und bilden den drittgrößten Binnenhafen Deutschlands. Der sogenannte trimodale Verkehr, also die Möglichkeit, Güter zwischen Lkw, Bahn und Schiff umzuschlagen, bietet dabei zusätzliche Flexibilität. Gleichzeitig können CO2-Emissionen reduziert werden, wenn Transporte von der Straße auf die Schiene oder das Wasser verlagert werden.

Zur Landesgartenschau 2026
Nach unserer Mittagspause ging es mit einem weiteren Spaziergang durch die Stadt, vorbei am Phönix Gärtchen, einem Urban Gardening-Projekt auf dem Gelände der ehemaligen Stadtgärtnerei, wo wir nicht nur den liebevoll gepflegten Garten besucht haben, sondern auch ein paar der gerade reifen Beeren naschen durften.

Unser Spaziergang endete an den Toren der Landesgartenschau 2026, die auf dem Gelände der früheren Pferderennbahn stattfindet. Noch heute erinnern Spuren der früheren Sandbahn und Teile der alten Gebäudestruktur an die ursprüngliche Nutzung des weitläufigen Geländes. Gleichzeitig wurde das Areal völlig neu gestaltet, mit 2.200 neu gepflanzten Bäumen sowie Wiesen, einem Teich und mehreren Biotopen. Über die LaGa, wie sie kurz genannt wird, wurden wir schließlich fachkundig von der Gästeführerin Catrin Resch geführt. Wir erfuhren mehr über die aktuelle Ausstellung sowie über das geplante Nutzungskonzept für die Zeit nach der Landesgartenschau. Angesichts der sehr heißen Temperaturen am Nachmittag fand sie dabei für uns immer wieder ein schattiges Plätzchen.


Ganz saisonal und regional
Für unser Abendessen gingen wir ein paar hundert Meter zurück in Richtung Innenstadt, zur Neusser Volkshochschule. Bevor wir uns in der dortigen Gruppenküche der Zubereitung des Essens widmeten, erfuhren wir von Dr. Christine Vogel, Vorständin im Verein „Grünes Herz Neuss“ mehr über den Unterstützer- und Mitmachverein, der in Verbindung mit der LaGa steht. Die Grundidee des Vereins ist, vor, während und nach der diesjährigen Ausstellung die Weiterentwicklung des Geländes zu einem lebendigen Bürgerpark für die Bürger*innen zu unterstützen. Dabei geht es nicht nur um das LaGa-Gelände selbst, sondern auch weitere städtische Freiräume und Grün- wie Naturflächen in Neuss.

Nachdem wir den Tag über so viele neue Eindrücke gesammelt und so viel erlebt hatten, wurden wir am Abend wieder ganz praktisch „aktiv“ und kochten ein Drei-Gänge-Menü aus regionalen und saisonalen Zutaten: grüner Spargel mit Erdbeer-Topping und Vinaigrette, weißer Spargel mit Sauce Hollandaise und Kartoffeln sowie Erdbeeren mit „Îles Flottantes“ (Eiweißtupfen mit Vanillesoße). Es war nicht nur köstlich, sondern hat auch Spaß gemacht, diese Leckereien zu zaubern.



Drinks de ejne met?
Den Abschluss hatten wir dann in einem lokalen Brauhaus. Auch wenn es nicht bedeutet, dass man unbedingt etwas Alkoholisches trinkt, kann man dort eine etablierte Brauhauskultur erleben oder zumindest erahnen, wenn es sogar folgenden Artikel 10 des rheinischen Grundgesetzes gibt: „Drinks de ejne met?“ („Trinkst du einen mit?“ oder auch: Komm dem Gebot der Gastfreundschaft nach.)

Im „Süden“ angekommen
Der Sonntag war dann schon der Abschlusstag. Wir waren in Benrath, dem südlichsten Punkt der Studienreise. Nach einem Frühstück in einem Café in der Fußgängerzone – oder wie die Benrather sagen: im Dorf – liefen wir bei dem weiterhin sehr warmen Wetter zum Benrather Schloss, mit der dazugehörigen Orangerie. Auf dem Weg durch den schattigen Schlosspark haben wir noch einen letzten Blick auf den Rhein geworfen.



Während dieser vier Tage Studienreise haben uns geographisch betrachtet im Wesentlichen von Nord nach Süd entlang des Rheins bewegt und so ganz verschiedene Eindrücke gesammelt. Mit dem Nachhaltigkeitsblick haben wir immer wieder real oder auch metaphorisch Brücken geschlagen und Gemeinsames, aber auch Unterschiede bei den Orten festgestellt und reflektiert. Als Gruppe waren wir auch die ganze Zeit im Fluss, haben viel Neues gesehen und gehört, haben uns ausgetauscht und haben gelacht – haben schlicht als CSM-Alumni eine sehr schöne gemeinsame Zeit erlebt. Wir freuen uns auf die nächste Reise!
Quellen und Links rund um den Rhein in Düsseldorf und Neuss
Stadtwerke Düsseldorf Wasserwerk „Am Staad“
Bezirksregierung Düsseldorf, Hochwasserschutz
Projekt „Zukunft Rhein“ des Klimadiskurs.NRW
Co-working place – NIDO workspace
Sattgrün
Rheinturm
Neuss-Düsseldorfer Häfen GmbH & Co. KG
Urban Gardening Neuss
Landesgartenschau Neuss 2026
Unterstützter- und Mitmachverein „Grünes Herz Neuss“
Schloss und Park Benrath


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